Was mache ich, wenn ich Zweifel am Studium habe?
Shownotes
Zweifelst Du an Deinem Studium? Dann ist die neue Podcastfolge für Dich! Wir sprechen darüber, woher Studienzweifel kommen können, wie Du produktiv mit ihnen umgehen kannst und weshalb in jedem Zweifel eine Chance steckt. Dafür haben wir uns zwei Gäste eingeladen. Beide haben mit dem selbem Studienfach angefangen, beide hatten irgendwann Zweifel, aber ganz unterschiedliche Entscheidungen getroffen. Welche neuen Wege sich aus den Zweifeln ergeben haben, erzählen sie uns in dieser Folge.
Wenn Ihr Fragen habt, schreibt uns einfach an zsb@uni-mainz.de.
Folgende Links geben Euch weitere Infos: Beratung bei Studienzweifeln Podcast "Mit Jura kannst du alles machen!"
Mehr Infos zum Thema Studienwahl und Studium findet Ihr unter studium.uni-mainz.de
Moderation: Franziska Hebart und Dr. Annabelle Schülein Zentrale Studienberatung, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Ton und Schnitt: Christian Albrecht, Zentrum für audiovisuelle Produktion, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Musik: "Chill HipHop Fashion" von Irina Kakhiani (TuneLabs)
Transkript anzeigen
00:00:03: Annabelle, hattest du in deinem Studium irgendwann mal Zweifel ob du das richtige studierst?
00:00:09: Auf jeden Fall mehrfach.
00:00:10: Aber ich glaube, am stärksten waren die Zweifel während meiner Promotionsphase.
00:00:14: Also Doktorarbeit weißt du ja auch?
00:00:16: Stimmt!
00:00:17: Da haben wir mal drüber gesprochen.
00:00:18: Ja
00:00:19: das war sehr hilfreich aber da habe ich krass gezweifelt immer wieder also wirklich.
00:00:22: Da bin ich häufig ins Land der Tränen abgestiegen.
00:00:24: Das waren schon hardcore Zweifeln.
00:00:27: Weil ich so nicht wusste ist dass das Richtige will ich das weitermachen?
00:00:30: warum mache ich den Scheiß eigentlich?
00:00:34: Warum mache ich das noch neben dem Arbeiten?
00:00:35: so ein Kram?
00:00:36: Kann schon richtig fies sein, Zweifeln.
00:00:38: Auf
00:00:39: jeden Fall.
00:00:39: Und bei dir?
00:00:41: Ja, ich hab mir erst soziale Arbeit studiert und hab dann abgebrochen mit sozialer Arbeit weil ich irgendwie gemerkt habe, dass war mir tatsächlich ein bisschen zu trocken.
00:00:50: dieses FH-Studium ... wo du irgendwie nicht so in die Tiefe gehst.
00:00:53: Würde
00:00:53: man ja gar nicht denken, oder?
00:00:54: Man denkt erst mal, krass, praxisbezogen und so!
00:00:57: Aber es war mir irgendwie zu wenig in die tiefe ... Ich hatte immer das Gefühl, krasses ich will eigentlich noch mehr machen, ich will noch mehr wissen.
00:01:03: Ich will eigentlich nach tiefer gehen in dieses Thema.
00:01:05: Und es war immer nur so oberflächlich angekratzt.
00:01:07: Dann hab ich irgendwann meine Tante getroffen, die war damals Trainerin-Coach mäßig.
00:01:13: Und dann hab ich gesagt Boah geil, das will dich auch werden was hast denn du studiert.
00:01:16: Dann hat sie in meiner Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt erwachsenen Bildung.
00:01:20: Bäm, mein Blow.
00:01:22: Und es war dann halt auch noch möglich da so fachgebunden zu wechseln und dann hab ich tatsächlich gewechselt.
00:01:28: Ich bin sehr froh, dass ich diese Zweifel hatte.
00:01:30: also die waren zu dem Zeitpunkt qualvoll aber ich bin froh das ich sie hatte weil jetzt sonst wär ich irgendwie jetzt Sozialarbeiterin wäre vielleicht auch gut Aber ich bin ganz froh dass ich Erwachsenenbilderinnen geworden bin.
00:01:41: Ja
00:01:42: ich würde auch sagen übrigens ich bin so froh Dass ich Zweifeln hatte.
00:01:44: ich glaube sonst wäre ich nicht so resilient.
00:01:46: ja Hat dir geholfen bei der Resilienz?
00:01:49: Ja, also jetzt heute auf jeden Fall.
00:01:51: Cool!
00:01:52: Da sind wir schon beim Thema von heute nämlich das Thema Studienzweifel.
00:01:56: Wir wollen heute mal darüber sprechen wie es eigentlich ist, Studienzweife zu haben und wie man damit umgeht und wir haben uns dafür extra zwei Gäste eingeladen, deren Stimmen ihr wieder erkennen werdet denn wir haben mit denen schon Folgen aufgenommen.
00:02:10: Wir haben heute als Gästein einmal Rachel.
00:02:13: Mit Rachel haben wir die Folge Ethnologie aufgenommen, hallo Rachel schön dass du da bist!
00:02:18: Ja
00:02:18: vielen Dank für die Einladung, schreibe mich auch hier zu sein
00:02:20: Und wir haben Felix eingeladen und Felix haben wie die Folge Jura aufgenommen und ja wir sind sehr gespannt was ihr so zu erzählen habt.
00:02:28: Felix herzlich willkommen
00:02:29: Danke schön für die einladungen.
00:02:31: Und bevor ich es vergesse Annabelle und ich sind Studienberaterinnen an der Uni Mainz und in diesem Podcast geht's um alles was mit eurer Studienwahl zu tun hat.
00:02:40: Ja, wir steigen direkt ein.
00:02:41: Also wie gesagt, wir sind sehr gespannt was ihr zu erzählen habt.
00:02:44: zum Thema Studienzweifel und wer haben euch natürlich nicht ohne Grund euch beide eingeladen weil das bei euch beiden tatsächlich im Studium aufgetaucht ist in unterschiedlicher Art und Weise Und da wollen wir mal direkt reingehen.
00:02:56: Und zwar, Rachel, magst du mal erzählen?
00:02:58: Wann hast du zum ersten Mal an deinem Studium gezweifelt und in welchem Studium war das?
00:03:03: Weil es war ja nicht in der Ethnologie!
00:03:06: Und wie hat sich das angefühlt?
00:03:07: Wie hat's dich das geäußert?
00:03:08: Erzähl erst einmal.
00:03:09: Ja sehr gerne.
00:03:10: Also ich hatte ... Bevor ich mit Ethnologie überhaupt begonnen hatte, um den Jahr- und Jahrzehnt.
00:03:15: Das war also mein Studium, wofür ich mich entschieden hatte, nach dem Abitur.
00:03:19: Es war eigentlich ein richtig cooles Studium.
00:03:22: Nicht weil ich eben für diese gesamten Klausuren lernen musste, sondern weil einfach da eine Uni Gießen, wo ich war die so ein tolles Auslandsprogramm hatten.
00:03:29: Dass sich jedes Semester einfach unterwegs sein konnte.
00:03:31: Da ist halt super viele Auslandspraktiker gemacht, bin so viel gereist, war New York, Washington, Tel Aviv, Südkorea, Genf also richtig coole Erfahrung gemacht.
00:03:41: und dann kamen die Examsphase.
00:03:43: Und das weiß man ja eigentlich auch im Jura-Studium dass wenn die Examphase kommt, dass es einfach ne sehr sehr harte Phase und sehr langwierige Phase ist.
00:03:51: Das heißt wie man da einen Knick hat ist es erst mal nicht außergewöhnlich.
00:03:55: Es hat aber mir sehr lange gezogen, dass ich absolut gar keine Energie hatte, da über Zivil- oder Verwaltungsrecht zu sitzen und dann dazu lernen ... Ich hab richtig mit mir selbst gestruggelt!
00:04:04: Und das war dementsprechende sehr harte Zeit, weil ich habe das nicht geäußert.
00:04:08: Ach krass?
00:04:09: Ich hab's nicht ge äußert...
00:04:10: Ah du hast
00:04:11: nur mich reingefressen.
00:04:12: Das heißt also ... Wo ich nicht zurückdenke, das war schon so lange her.
00:04:16: Aber das war richtig heftig!
00:04:18: Weil es ist natürlich auch ein sehr stark Prestige.
00:04:20: Behaftet das Studiengang?
00:04:22: Also wenn man dann sagt ... Das brichst du ab und brichest es dann ab für etwas... Ich hab ja nicht gesagt, ich geh jetzt in die Pharmazie oder ich mach jetzt doch irgendwie Medizin oder Kanon- und Lehramt.
00:04:31: Sondern ich habe abgebrochen ohne zu wissen.
00:04:34: Was ich machen will, ja.
00:04:34: Das war halt krass!
00:04:35: Ja, das muss man sich so vorstellen, dass ich versuche zu lernen und es funktioniert nicht.
00:04:40: Und es geht wochenlang so.
00:04:41: Ich hab zu dem Zeitpunkt noch zu Hause gewohnt.
00:04:43: Wenn ich hörte, meine Mutter kam von der Arbeit, habe ich mein Schreibtisch so präpariert mit all den Büchern, dass er ausgesehen hätte als hätte ich gelernt, weil ich irgendwann aufgehört habe.
00:04:52: Ach krass?
00:04:53: Ja.
00:04:53: Dann
00:04:53: bin
00:04:54: ich wirklich ... Ich hab wie in einer inneren Parallelwelt gelebt Und wenn mein Eltern nicht da waren, bin ich dann spazieren gegangen und hab mir Gedanken gemacht.
00:05:03: Was machst du jetzt?
00:05:05: Dann gab es dieses eine Telefonat mit meinem jüngeren Bruder, der ist grad mal zehn Monate jung als ich, wir sind wie Zwillinge.
00:05:11: Dann habe ich ihm das erzählt.
00:05:12: Ich schaff das nicht!
00:05:14: Und er sagte zu mir, Rachel hör doch einfach auf ...
00:05:18: Ach, krass.
00:05:18: Oh
00:05:19: mein Gott!
00:05:19: Mal eine Fresse.
00:05:20: Kurz vor dem Jurexamenmusik gibt's noch mal kurz?
00:05:23: Ja, richtig.
00:05:23: Ich war scheinfrei auf dem Weg und dann sagte er einfach hör doch einfach auf.
00:05:29: In dem Moment hab ich aufgehört.
00:05:31: Ich habe eigentlich nur die Erlaubnis gebraucht dass mir jemand sagt es ist okay das du das nicht mehr weiter machst.
00:05:36: Du musst das nicht machen.
00:05:38: Und das war so eine krasse Erleichterung gewesen, den Moment da jemanden zu haben der mich auch mental supportet und mich überhaupt nicht judged.
00:05:45: Also verurteilt dafür weil ich halt schon auch ein krasses Studium hingelegt habe also auch tolle also gute Noten geschrieben habe super viele Referenz in der Zeit gesammelt habe und dann nicht verurteilten worden bin dass sie sagt nee das ist jetzt nicht mehr mein Weg es passt einfach nicht mehr zu mir auch wenn ich nicht weiß wohin die reise geht.
00:06:01: Und dann hab ich trotzdem erst mal noch paar Wochen das für mich behalten, hab das gar nicht meinen Eltern erzählt.
00:06:06: Weil ich genau wusste, es wird ein bisschen anders sein und dann war's halt auch so die Mama hat geweint, der Papa hat geschrien ... Ja, aber Papa war richtig da.
00:06:14: Es war Angst!
00:06:15: Also man muss sich eben klarmachen dass ich bin zweite Generation eine afrikanische Migrantenfamilie.
00:06:20: also meine Eltern haben Wurzeln in Ghana und Nigeria und dann ist man hier Und da hat das noch mal eine ganz andere Konnotation, wenn es darum geht wirklich eine Karriere hinzulegen.
00:06:29: Also einen Job zu machen der auch in sozusagen als gesichert gilt und dann macht man das nicht und dann triggert das sofort.
00:06:35: diese Überlebensmechanismus meiner Eltern ist also Spanik was wir natürlich haben.
00:06:39: Das ist also nochmal ganz anders gelehrt so zu sagen Und es hat aber dann auch nicht lange gedauert, bis die dann eigentlich verstanden haben.
00:06:45: Weil das musste ich ihnen auch vermitteln.
00:06:47: So jetzt passt mal auf ihr habt ja gesehen wie ich das Ding hier durchgezogen habe.
00:06:51: also Angst zu haben dass ich mein Weg nicht finde braucht ihr gar nicht haben.
00:06:54: ihr kennt ja eure Tochter und hab dann in der Zeit einfach angefangen mich mehr damit mit mir um meinen Qualifikationen zu beschäftigen.
00:07:01: das was ich eigentlich wirklich machen will weil ich gerne vielmehr mich mit Lebensrealitäten von Menschen beschäftigen wollte war im Jurastudium halt eben.
00:07:09: mein Schwerpunkt war Völkerrecht Asylrecht Migrationsrecht Und es hat mir nicht gereicht, die ganzen rechtlichen Rahmenbedingungen.
00:07:14: Ich wollte tiefer gehen!
00:07:15: Ich wollte mich mit Menschen beschäftigen und vor allem auch das Thema gerade weil es so ein politisches Thema ist heute sowieso.
00:07:21: Also diesen Paradigmenwechsel also anders über Welt nachdenken oder Weltbilder, die wir haben über diese Menschen, die zum Beispiel her migrieren.
00:07:30: Da wollte ich reingehen und dann hat's eben ja gedauert bis sich dann die Ethnologie für mich entdeckt habe Abstand die beste Entscheidung.
00:07:37: Ich freu mich heute noch dafür!
00:07:41: Mir fällt jetzt gerade so was ein, was ich in letzter Zeit häufig auf Instagram sehe zum Thema Zweifel und Entscheidungen nämlich das ist so ein kurzes Real wo es dann irgendwie heißt how it felt to make the right decision.
00:07:54: Und dann sieht man nur so, alles explodiert und alles bricht in sich zusammen.
00:07:58: Man selber bricht zusammen und keine Ahnung.
00:08:00: also man denkt irgendwie ist das eine Vollkatastrophe.
00:08:03: aber manchmal fühlt es sich an wenn man die richtige Entscheidung tritt.
00:08:07: Also es fühlt sich nicht immer gut an.
00:08:08: Das wollte ich nun mal direkt da einwerfen.
00:08:11: Total.
00:08:11: Und man merkt ja auch, wie wichtig daran ist ... Wie wichtige Zweifel waren?
00:08:16: Weil hättest du nicht gezweifelt!
00:08:18: Du wärst nicht auf dem Weg, auf dem du heute bist.
00:08:21: Also voll gut, dass die da waren.
00:08:22: Ja, total.
00:08:23: Super, dass du es noch mal erwähnt hast, weil das war mein innerer Kompass, der sich gemeldet hat.
00:08:28: Das war also total wichtiger.
00:08:29: Clear Rachel sollte für dich in eine andere Richtung gehen.
00:08:32: Es hat mein Leben verändert.
00:08:33: Und zwar dann auch so hilfreich, du hast ja gut erklärt.
00:08:35: Am Anfang hast du dir ihn nicht reingibst Fressen.
00:08:38: Und dann hast du ja das erste Mal mit jemandem drüber gesprochen, wenn ich dich
00:08:41: richtig
00:08:41: verstanden hab was dein Bruder war.
00:08:43: und da merkt man wie wichtig es dann doch ist auch mit jemand anderem drüber zu sprechen.
00:08:48: Total!
00:08:49: Absolut.
00:08:51: Okay
00:08:51: jetzt haben wir ganz viel mit Rachel gesprochen.
00:08:53: Wir wollen natürlich auch mit unserem anderen Gast sprechen und die gleiche Frage am Anfang stellen.
00:08:57: Felix, erzähl doch mal also wann hast du denn das erste mal in deinem Studium gezweifelt?
00:09:03: Hol uns da doch mal ein bisschen rein.
00:09:05: Wie war das denn so?
00:09:07: Bei mir war es ähnlich wie bei Rachel, aber auf eine gewisse Weise auch total anders.
00:09:11: Ich hab' im Jahr zwei Tausend Achtzehn angefangen, Jura zu studieren und bin dann relativ schnell durch Zwischenprüfung scheinfrei geworden, ordentliche Noten gehabt, worauf vielleicht noch mal zurückkommt dass das nicht ganz so einfach ist wenn man auch ordentlichen Noten in seinem Studium hat, dann das Ganze noch abzubrechen.
00:09:30: Und dann kam der erste Bruch, das waren so verschiedene Etappen würde ich sagen, mit Corona.
00:09:35: Bei mir war es dann Corona.
00:09:36: Das hat so ein bisschen reingehauen in das Ganze, da war alles von daheim aus.
00:09:40: Am Anfang ging erst mal gar nichts.
00:09:42: Dann konnte man ja in Jura, weil der Präsenzklausuren vorausgesetzt sind, keine Klausuren schreiben.
00:09:47: Krass!
00:09:48: Das war also der erste Punkt ... Man hatte auch viel Zeit während Corona um sich mit anderen Dingen zu beschäftigen.
00:09:53: Manche haben Bananenbrot gebacken und ich hab mich mit anderen Studiengängen auseinander gesetzt.
00:09:59: Anderen Berufswegen.
00:10:02: Habt das aber nicht weiterverfolgt?
00:10:03: Weil dann ging's irgendwann weiter.
00:10:05: Dann kommt irgendwann die Zeit in Jura und anfängt Praktika zu machen.
00:10:08: Es gibt für Pflicht eine Praktiker, das erste Praktikum bei einem Arbeitsrechtler war super.
00:10:14: Das zweite Praktikum dann in einer Großkanzlei.
00:10:17: Weil ich dachte, ich gehe später in die Großkenzlei.
00:10:20: Ich mache mein Jurastudium, schreibe zwei Prädikatsexamier ...
00:10:26: Hört mal in die Folge von Jorahrein, weil da erzählst du das noch.
00:10:29: Dass das dein Ziel und deinen Wunsch ist?
00:10:31: Genau.
00:10:31: Diese
00:10:31: Richtung genau.
00:10:32: Das war sozusagen die Idee, die ich im Kopf hatte.
00:10:36: Und dann kam ich am ersten Tag in dieser Frankfurter Großkanzlei an ... Mhm.
00:10:41: ..und hatte natürlich schon ein Bild wie das so ablaufen könnte.
00:10:45: Wurde aber nochmal für mich negativ überrascht und hab dann festgestellt, oh, weih ja!
00:10:52: Das is es gar nicht... Das kann ich mir auf gar keinen Fall vorstellen.
00:10:57: Und da ist bei mir dann so ein bisschen eine Welt zusammengebrochen, nicht nur wie überstehe ich die nächsten dreißig Tage Praktikum?
00:11:03: Das habe ich dann relativ schnell geregelt und hab das Praktikum nach Tag eins abgebrochen.
00:11:07: Mhm stark!
00:11:08: Sondern auch wie über steh' ich jetzt diese zwei eventuell drei Examsphasen erstes Staatsexamen mit Schwerpunkt- und Statischemteil beziehungsweise zweites Staatsexam.
00:11:18: Wie übersteh' Ich das?
00:11:19: mit dem Wissen dass es für mich danach erstmal kein Ziel gibt.
00:11:24: Das war für mich total schwer.
00:11:27: Und das waren so die zwei Bruchstellen, die erste so ein bisschen alles angeknackst und die zweite.
00:11:31: dann wurde dann das Berufsbild auf einmal sozusagen verschwunden ist und dann das ganze so ein schwarzes Loch geworden ist.
00:11:38: Krass!
00:11:38: Aber es ist auch interessant.
00:11:40: du hast quasi das Ziel verloren.
00:11:41: also du hattest ganz lange dieses Ziel dass will ich werden, dass es worauf es hinausläuft und plötzlich lief es nicht mehr darauf hinaus?
00:11:48: Und das hat die Zweifel ausgelöst.
00:11:50: würdest du das sagen?
00:11:51: Genau zum einen die Erfahrung, die die Zweifel grundsätzlich ausgelöst haben.
00:11:56: Und dann aber diese Problematik, dass ich kein Ziel mehr hatte, was das Ganze verstärkt hat.
00:12:02: Wie hat sich das für dich angefühlt?
00:12:05: Kannst du das erzählen oder erinnerst du dich noch daran?
00:12:06: Das war für mich eine sehr schwierige Zeit, weil ich erst mal nicht wusste, wo ich mit mir hin sollte.
00:12:12: Weil ich hab natürlich die Leute gesehen, die mit mir angefangen haben zu studieren und den Jura ist es dann nochmal ... Dann fangen andere an in die Examsvorbereitung zu gehen.
00:12:22: Man selbst ist dann vielleicht ein Semester hinterher, ist da noch nicht in der Examsvorbereitung.
00:12:27: Und dann sind andere ein bisschen weiter und man selbst hängt ein bisschen hinterher.
00:12:29: Man verliert auch so ein bisschen den sozialen Anschluss teilweise, weil dann einfach andere Tagesabläufe drin sind.
00:12:37: Am Anfang muss ich sagen bin ich auch nicht aus dem Bett rausgekommen.
00:12:40: Da habe ich dann mal auch mal tagelang im Bett gesessen, tagelange im Bett Fernsehen geschaut oder Klicks geschaut, sonst irgendwas.
00:12:46: Nicht mehr so viel raus gegangen ...
00:12:50: Also eine richtige Krise so?
00:12:52: Ja, das war auf jeden Fall eine Krise.
00:12:54: Krass!
00:12:54: Und hast du ... Das klingt jetzt danach, dass du auch nicht mit jemandem drüber gesprochen hast?
00:12:59: Wie wartest damals?
00:13:00: Hast du dich komplett zurückgezogen oder hast du aktiv über deine Zweifel dann gesprochen mit anderen Leuten?
00:13:06: Ich habe das erst mal für mich behalten und hab versucht, das Ganze selbst zu lösen.
00:13:11: Da kriegte ein Jorazer seine Problemlösungskompetenz da quasi in die Wiege gelegt und dass man seine Probleme selbst zu Lösen hat und selbst lösen kann.
00:13:19: Das hab ich dann auch versucht Und hab dann aber für mich erst mal nur nach einem Ausweg gesucht.
00:13:26: Also ich hab gar nicht breit gedacht, sondern hab einfach nur ... Wie komme ich jetzt schnellstmöglich hier raus?
00:13:32: Mit einer guten Lösung, weil ich natürlich auch wusste ähnlich wie Rachel das geschildert hat.
00:13:36: Das muss sich noch verkaufen!
00:13:37: Die Lösung hier.
00:13:38: Ja, absolut.
00:13:39: Und das muss am besten eine gute Lösung sein.
00:13:42: Weil sonst kriege ich das nicht so ganz verkauft und das war natürlich ein Thema, dass es im Endeffekt Aber auch in Anfangs gar nicht so sehr um mich ging.
00:13:51: Sondern es ging darum, wie komme ich jetzt hier aus der Nummer halbwegs gut raus?
00:13:57: Ja, außen.
00:13:58: Wie verkaufe ich das aus dem Video gerade gesagt hast?
00:14:00: Das ist übrigens ganz häufig bei Leuten die Studienzweifel haben eine oder eine der ersten Themen, die die beschäftigen.
00:14:09: Also eigentlich ... Ich hab ganz oft den Eindruck, es ist schon ne innere Entscheidung gefallen oder man hat schon ne Tendenz.
00:14:18: sich einfach noch nicht vorstellen, das anderen zu sagen.
00:14:21: Weil wir reagieren die anderen mit mir studieren, die das alle durchziehen und alle sagen was mein Gott!
00:14:29: Du willst das jetzt abbrechen so kurz vom Ende oder wie auch immer?
00:14:33: Jetzt hast du doch so gute Noten, das war ja auch ein Beispiel ... Wir reagieren die Kommiliton-Innen, wir reagieren den Eltern.
00:14:42: Partnerinnen und Partnerfreunde ... Ich glaube das ist was, was sehr viele beschäftigt.
00:14:46: Und das merken wir auch immer wieder.
00:14:50: Das ist ja so ein Glaubenssatz, der da hochkommt.
00:14:52: Dass man denkt, wenn ich das jetzt abbreche, dann habe ich irgendwie versagt.
00:14:56: Ich hab doch eine Entscheidung getroffen und die muss verdammt noch mal bis zum Ende durchziehen!
00:15:01: Das ist glaub ich etwas, was wir ganz häufig in den Beratungen dazu haben.
00:15:07: Schwierig
00:15:07: sich davon zu lösen und zu verstehen, hat ja nichts mit Versagen zu tun.
00:15:12: Sondern so mit Ernst nehmen von sich selbst den eigenen Bedürfnissen in den inneren Kompassens eigentlich das Gegenteil von Versagen weil man erlaubt sich nicht stuhe weiter eine Richtung zu rennen wo man vielleicht schon weißt ihr einen eh nicht glücklich macht sondern erlaubts sicher zu sagen nee okay ich gucke mir das jetzt nochmal genauer an.
00:15:29: Ich muss es noch mal genauer prüfen.
00:15:31: bin ich hier richtig oder nicht?
00:15:33: Und ich glaube auch viele Denken, ich hab jetzt schon so viel da reingesteckt.
00:15:38: Ich habe schon so viele investiert!
00:15:39: Das ist auch ganz oft was uns von Entscheidungen abhält... Wenn man sagt, ich hab schon so viel da reingesteckt.
00:15:46: Ich kann doch jetzt nicht abbrechen oder meinen Berufsziel ändern zum Beispiel weil ... Fun Factor hast du nicht abgebrochen?
00:15:54: Dann komm wir gleich noch mal zu!
00:15:56: Aber ich kann auch nicht meinen Berufsziel hier ändern, weil ich habe alles da rein gesteckt und dann war das ja alles umsonst.
00:16:03: Das ist was, was wir ganz oft hören.
00:16:06: Hast du dazu eine Association Rachel?
00:16:07: Total, total also gerade wenn man's abgebrochene hat.
00:16:10: Ja.
00:16:12: Die Narrative ist wirklich ganz häufig, du hast diese Zeit verschwendet.
00:16:17: Also die Art und Weise, wie man das bewertet.
00:16:19: Das ist spannend, weil ich für mich gesehen habe, als ich mir angeschaut hab, was hast du eigentlich im Jurastudium alles gelernt?
00:16:27: Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich so erfolgreich nach dem Ethnologiestudium war.
00:16:31: Weil ich das Skills gelernt habe die ich supergut in dieses Orschideenfach übersetzen konnte.
00:16:36: D.h.,
00:16:36: es war überhaupt gar keine verschwendete Zeit und das ist tatsächlich etwas wo der Druck auch abgefallen ist weil ich's nicht so bewertet habe.
00:16:43: Für mich ging's eher wirklich darum.
00:16:44: ja also auch die Frage wie kommt man hier aus der Nummer raus ohne dass man sozusagen eine So viel sozialen Backlash dann erlebt.
00:16:50: Das war eigentlich so meine Frage, aber als das halt irgendwie auch durch war und ich das nicht bewertet hatte, hat man den Kopf total frei.
00:16:57: Weil es ist keine verschwendete Zeit.
00:16:59: Es war Teil meiner Persönlichkeitsentwicklung.
00:17:01: Es dürfen sich Sachen verändern!
00:17:03: Ich bin auch nicht in Stein gemeißelt.
00:17:05: Und das ist voll okay, wenn man diese Perspektive aufs Leben hat.
00:17:09: Was es noch einfacher macht, wenn andere Menschen um einen herum das auch noch spiegeln ... Es würden sehr viele Menschen ein anderen Weg gehen.
00:17:17: Wenn der Druck nicht da wäre?
00:17:18: Es
00:17:18: ist auch was, bei der Studienwahl zum Beispiel.
00:17:21: Wenn Leute sagen ich bin mir nicht sicher, was ist denn wenn ich das in drei Jahren nicht mehr gut finde?
00:17:26: Das ist eine häufige Frage, was passiert dann?
00:17:29: und wir versuchen immer den Ratsuchenden zu sagen hey sie werden sich weiterentwickeln in dieser Zeit und es kann sein dass es wirklich nicht mehr passt, dass es nicht mehr das Richtige ist weil also Zweifel sind ja auch so ein Zeichen dafür.
00:17:43: ich nehme mein Leben ernst Mir ist mein Weg wichtig, mir ist es wichtig, dass ich das mache was zu mir passt und was ich will.
00:17:52: Und das kann sich halt im Laufe der Zeit einfach verändern.
00:17:55: Man isst nicht mehr dieselbe Person wie beim Studienanfang.
00:17:59: Ja?
00:17:59: Man entwickelt sich weiter ... Das war ja bei dir der Fall.
00:18:02: Bei dir auch Felix oder?
00:18:04: Du hast dich anders entwickelt.
00:18:06: wahrscheinlich du bist ... Hast gemerkt oh!
00:18:08: Ich bin doch nicht der Großkanzlei-Typ.
00:18:11: War das so ein bisschen so?
00:18:12: Oder wie würdest du das beschreiben?
00:18:14: Ich glaub, unabhängig vom Studium ist es in der Zeit Anfang zwanziger mit zwanzigern, wo man viele Ansichten ändert.
00:18:20: Mhm.
00:18:21: Und dann sind da mehrere Dinge zusammengekommen und das hat dazu geführt, dass sich alles überschlagen hat und sich verändert hat.
00:18:30: Was mich noch interessieren würde ... Wie war das bei euch beiden?
00:18:35: Habt ihr das Gefühl damals gehabt, ich bin die einzige Person, die zweifelt?
00:18:39: Also habt ihr euch damit einsam gefühlt?
00:18:41: Dachtet ihr, alle anderen wissen doch genau was sie machen wollen.
00:18:44: Wie war das so?
00:18:46: Das ist eine richtig gute Frage!
00:18:48: Weil wenn man dann erstmal äußert dass man diese zwei Fahrten einen anderen Weg geht... Meine Güte ist man dann von Zweifel und Ringt von anderen
00:18:55: Menschen.
00:18:56: Ja,
00:18:56: weil keiner sich traut das zu sagen!
00:18:58: Das ist ganz spannend also auch ... Das hat ganz viel mit Selbstreflexion Mut zu tun diesen Weg einfach zu gehen.
00:19:05: Und das ist ganz spannend, weil ich dann auch ... Da war dann zum Beispiel als ich in dem Bett ... Du hast ja auch vorhin darüber gesprochen Felix ne?
00:19:10: Wenn man so ein bisschen vielleicht den sozialen Anschluss verliert und andere sind dann irgendwie weiter... Ich hab da tatsächlich andere Erfahrungen gemacht, dass als ich mein Bachelor in der Ethnologie abgeschlossen hatte die das Erkse-Examen nicht geschrieben haben.
00:19:27: Die
00:19:28: immer noch im Jurastudium waren?
00:19:29: Ja, die immer noch drin
00:19:30: waren!
00:19:31: Das ist wirklich dann so eine ganz schwierige Phase, weil da ist so ne Stagnation.
00:19:35: Du kommst halt irgendwann nicht mehr weiter und das war wirklich echt krass und es waren mehrere gewesen.
00:19:39: Und dann noch andere, die auch leider es dann nicht geschafft haben.
00:19:42: Und das ist dann auch nochmal ganz interessant an doch zu sehen, wenn man den Sprung IV schafft und es ist wirklich nicht einfach.
00:19:48: also ich will niemals erklären dass ich da durchgeschildert bin, auf keinen Fall.
00:19:52: Ich hab in der Zeit auch wirklich ... ich hab ... forty-fünf Kilo gewogen in dieser Zeit.
00:19:56: Oh mein Gott!
00:19:57: Also es ging richtig auf meinem Körper.
00:19:59: Weil so ein Druck im Kopf war, weil ich nicht existenzängste.
00:20:04: Ich bin siebenundzwanzig zu dem Zeitpunkt gewesen und habe nur Abi.
00:20:08: Und ich weiß gar nicht, wohin mit meinem Leben?
00:20:10: Das ist eine richtig stressige Zeit, ja?
00:20:13: Aber mich dann in dieser Zeit nicht ganz stark um mich selbst zu kümmern und doch noch sozialen Support zu haben.
00:20:19: Das hat so viel verändert, um anzusehen ... Oh!
00:20:21: Andere hätten in der Zeit, wenn sie sich zum Beispiel um diese Zweifel gekümmert hätte, weil es kann sein, dass man sagt, ich hab jetzt einen anderen Push, das weiterzumachen, kann auch passieren.
00:20:31: Ja, definitiv.
00:20:32: Dass man dann zumindest weiterkommt, egal in welche Richtung.
00:20:35: Manchmal ist es eben nicht der Fall, wenn man auf diesen Zweifen sitzen bleibt.
00:20:40: Ja, man kann ja auch so in dem Moment des Zweifelns irgendwann zu der Erkenntnis kommen.
00:20:44: Nee ich will das doch!
00:20:45: So und deswegen macht man es dann auch weiter.
00:20:48: Wie war das denn bei dir Felix?
00:20:49: Also hast du dich einsam gefühlt mit den Zweifeln.
00:20:51: oder gab's da viele Leute in deinem Umfeld wo du wusstest die Zweifelen auch haben?
00:20:54: Jura Studium
00:20:56: Ich wusste dass sie die gibt.
00:20:57: Ich habe mich aber bewusst nicht mit denen darüber ausgetauscht weil für mich war Jura immer Es wird generell schon so viel miteinander drüber geredet und wenn man dann privat zusammenkommt, bin ich auch noch über Jura gerede.
00:21:10: Und das waren wir schon immer ein bisschen zu viel.
00:21:13: am Anfang, hab' ich da auch gerne mitgemacht aber irgendwann spätestens nach dem dritten vierten Semester war ich dann, lasst mich mal ein bisschen mit Jura in Ruhe was dann vielleicht auch ein bisschen damit zusammenhängt dass sich gar nicht mehr so viel Lust hatte irgendwann auf Jura.
00:21:27: Aber ja, nee gibt's auf jeden Fall die Leute, die zweifeln.
00:21:30: Wenn man seine Augen aufmacht und drüber redet findet man ganz viele Die Zweifel.
00:21:34: wahrscheinlich hat auch jeder zweifelt, unabhängig von Jura.
00:21:38: Auch die Leute, die andere Dinge studiert haben, auch unglücklich waren oder glücklich waren.
00:21:42: also man kann mit allem glücklich und unglücklich sein.
00:21:46: Um mal kurz noch Zahlen zu droppen, jede dritte Person wechselt tatsächlich ihr Fach so.
00:21:51: Das heißt sie haben ja irgendwie alle schon mal gezweifelt weil darum da folgt dann eine Entscheidung darauf und dann gibt es natürlich noch ganz viele Leute sich nicht damit auseinandersetzen oder nicht gewechselt haben.
00:22:01: Einfach um zu verdeutlichen, wie häufig das eigentlich vorkommt und wie verdammt
00:22:05: normal
00:22:06: Zweifeln ist?
00:22:07: Siebenundvierzig Prozent wechseln im ersten oder zweiten Semester.
00:22:11: also muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen und das merken wir auch in unseren Beratungen und wir versuchen das immer wieder deutlichzumachen dass das Unglaublich normal ist und nicht dieses Ohr, jetzt habe ich versagt.
00:22:24: Es gibt immer noch diese Mythos von wenn ich das Fach zum Beispiel wechsle, dass es ein Studienabbruch ist.
00:22:30: Das ist eigentlich nicht derselbe ein Studien-Abbruch.
00:22:32: Ich breche... komplett ab an der Uni und studieren nicht mehr.
00:22:37: Und macht zum Beispiel eine Ausbildung, das wäre jetzt auch ... Das ist völlig okay!
00:22:40: Supercooler Weg.
00:22:42: also kenn ich auch mehrere Fälle die mega happy geworden sind.
00:22:46: Ich hab neulich einberaten Kunstgeschichte hat er studiert hat abgebrochen ist jetzt Notfallsanitäter?
00:22:51: super ja Also der wollte es halt einfach machen.
00:22:54: und dass auch Nicht negativ konnotiert dieses Studienabbruch.
00:22:58: aber ich wollt noch mal erklären so dieses der Fachwechsel ist wirklich fast der Normalfall.
00:23:04: Und mir ist auch noch mal wichtig, die Studienstruktur in Deutschland ist auch ein bisschen anders als sie zum Beispiel im Ausland ist.
00:23:10: Im Ausland das ist sehr häufig so dass man sich in den ersten zwei drei Semestern an der Uni erstmal orientiert.
00:23:16: also wenn man guckt in unterschiedliche Fächereien, man belegt ein bisschen Jura, man bewegt ein bisschen Kulturwissenschaften, bisschen unterschiedliche Sachen und dann entscheidet man sich erst was wird jetzt das wo ich mein Bachelor drin mache?
00:23:28: Und das ist eigentlich auch so.
00:23:30: was, wo ich mir wünschen würde.
00:23:31: Dass wir das ein bisschen mehr an den Unis etablieren.
00:23:33: Es gibt Unis die das schon machen.
00:23:34: also dass es mehr so einen Orientierungsstudium gibt, wo man so ein bisschen gucken kann aber nur, dass ihr das wisst... Also viele wünscht sich, dass viele brauchen diese Orientierung und man muss erstmal checken wie ist das an der Uni?
00:23:47: Wie studieren überhaupt?
00:23:49: Was mich noch interessieren würde Felix du bist ja jetzt dabei geblieben Du bestätest selber noch, Jura.
00:23:55: Du hast ja eben nicht das Fach gewechselt wie Rachel?
00:23:59: Was hat dich denn dazu gebracht dabei zu bleiben, obwohl sich dein Ziel verändert hat und du diese großen Zweifel hattest?
00:24:07: Wie hat sich das weiterentwickelt?
00:24:09: Ich hab, wie ich schon gesagt habe, am Anfang nach Alternativen gesucht im Ausweg.
00:24:14: Dann ist mir irgendwann aufgefallen ... naja irgendwie gibt's jetzt nicht so die optimale Lösung für mich, die ich jetzt noch finde.
00:24:24: Dann versucht damit auseinandersetzen, was könnte ich denn noch mit Jura machen?
00:24:28: Oder muss sich dann überhaupt mit Jira am Ende in der Großkanzlei arbeiten oder als Staatsanwalt oder als Richter.
00:24:35: Oder kann ich da auch ganz andere Dinge tun?
00:24:39: und hab dann angefangen mir Vorbilder zu suchen die einen anderen Weg eingeschlagen sind Und habe dann mal mich auch Zum einen in meinem Umfeld umgehört, dann aber auch einfach mal Google angeworfen.
00:24:54: Und auch in meinemUmfeld relativ schnell Leute gefunden die Jura studiert haben, aber nichts mehr mit Jura zu tun haben.
00:25:03: Leute, die jetzt im kaufmännischen Bereich arbeiten.
00:25:05: Leute die im Personalbereich arbeiten.
00:25:08: Leute, die Coaching machen findet man alles Mögliche.
00:25:13: Irgendwann habe ich auch ein Podcast gefunden Der heißt mit Jura, kannst du alles machen?
00:25:17: Geil.
00:25:18: Wir verlingen euch das!
00:25:20: Ja kann ich wirklich nur sehr empfehlen.
00:25:24: da wird auch über verschiedene Werdegänge berichtet und das hat mir total geholfen einmal meinen Blick zu weiten Schritt zurückzugehen und zu schauen was geht denn noch Und dann aber auch wiederum zu überlegen Was sind denn meine ursprünglichen Interessen?
00:25:40: wenn ich mich jetzt aussuchen könnte wenn alles keine Rolle spielt Wenn Zeit keine Rolle spiel Wenn Geld keine Rolle spielt, was würde ich machen?
00:25:49: Und dann ist mir ein Satz von meinem Studienberater eingefallen.
00:25:53: Axel Cibulski auf Grüße gehen an der Stelle raus.
00:25:55: Oh
00:25:55: ja ganz liebe Grüße!
00:25:57: Ich bin ein großer Fan.
00:25:59: Der immer gesagt hat mit Jura kann man jedes Interesse überformen.
00:26:08: und dann habe ich gemerkt naja wenn ich mir alles aussuchen könnte würde ich wahrscheinlich irgendwie etwas im Fußball machen.
00:26:16: Zu der Zeit hatte ich dann auch schon ... hab ich nebenberuflich im Fußball gearbeitet.
00:26:20: Und hab mit Leuten gesprochen, die gesagt haben, das ist total interessant.
00:26:25: Dass du Jura machst aber auch Kompetenzen im sportlichen Bereich hast.
00:26:30: Weil wir haben entweder das eine oder die juristische Kompetenz.
00:26:34: Oder wir haben die sportliche Kompetence.
00:26:36: Aber das Verbunden hat irgendwie noch niemand.
00:26:39: Sondern wir zahlen uns dumm und dämlich mit Anwälten, die wir hier immer bezahlen müssen wenn wir die Kompetent direkt bei uns im sportlichen Bereich hatten, also nicht mal wirklich der Vereinsjurist.
00:26:51: Das ist für uns total
00:26:52: spannend.".
00:26:53: Und dann hab ich langsam gemerkt ... Oh, da is was?
00:26:56: Da könnte was gehen und hat mich damit weiter auseinandergesetzt.
00:27:00: Dann so ein bisschen nachgebohrt.
00:27:02: Und dann irgendwie da jetzt so'n ungefähres Ziel gefunden, dass ich auch gar nicht genau festlegen möchte aus der Gefahr heraus einfach das ja wieder passieren könnte.
00:27:14: Ich leg mich auf was ...
00:27:15: Auf das Fest.
00:27:16: Und
00:27:17: dann geht die Tür irgendwie wieder zu und dann stehe ich wieder vor dem selben Problem, sondern hab jetzt da so eine ungefährere Zielrichtung, die ich jetzt mal ansteuere und schau einfach was auf den Weg herauskommt.
00:27:33: Das hat mir dann wiederum den zurückgenommen aus diesem Jurastudium.
00:27:40: Wenn man sagt, man möchte in die Großkanzlei, in die Justiz, dann braucht man gewisse Noten.
00:27:43: Prädikats-Examen, neun Punkte plus das erreichen so ungefähr fünfzehn Prozent aller Studierenden, dreißig Prozent rasseln komplett durch.
00:27:51: Das heißt da ist ein gewisser Druck drauf auch diese Noten zu erreichen und den habe ich mir dadurch weitestgehend genommen und kann dadurch jetzt quasi in dieses Examen reingehen und sagen na ja, ich schreibe es einfach Ich hab bisher meine Klausuren im Studienbestand, da werde ich irgendwie dieses Exam bestehen.
00:28:05: Dann habe ich mein Examen und das ist gut gibt mir eine innere Ruhe, die ich jedem empfehlen kann.
00:28:14: Ich finde es total schön!
00:28:15: Also du hast ja quasi gewechselt von einem Ziel auf eine Idee.
00:28:18: Du hast jetzt nicht mehr ein fixes Ziel, auf das du versuchst hinzuarbeiten.
00:28:21: Das hat ja sowieso nicht funktioniert weil sich das in Luft aufgelöst hat Und jetzt hast du halt irgendwie das Meer formuliert als eine Idee.
00:28:27: Das könnte eine Idee für die Zukunft sein, ich glaube, dass es schlau generell während dem Studium so Ideen einzusammeln.
00:28:32: Was könnte ich vielleicht alles mal danach machen und dann unterschiedliche Ideen zu haben?
00:28:36: Und nicht so dieses eine fixe Ding was dann irgendwie nicht klappen kann oder was dann vielleicht einfach in der Realität so anders ist.
00:28:42: ja
00:28:42: Ich glaube auch, dass sich sehr häufig Leute dadurch an diesem einen fixen Ziel hängen sich irgendwie selbst so ein bisschen im Weg stehen.
00:28:51: Weil man dann ja auch nicht bereit und offen ist, zu gucken was legt mir das Leben jetzt so vor die Füße total?
00:28:58: Ja also bei mir war es auch so dass ich habe am Anfang erzählt soziale Arbeit erst und so weiter und ich glaube wenn ich immer das fixe Ziel gehabt hätte das hatte ich ja damals deswegen hab ich gewechselt Trainerin Coach zu machen.
00:29:11: Ich habe auch eine Zeit lang als Trainerin gearbeitet.
00:29:13: aber wenn ich gesagt hätte.
00:29:14: das ist das einzige was ich kann oder machen möchte.
00:29:18: Ich weiß nicht, ob das so geklappt hätte.
00:29:19: Und ob ich jetzt so happy wäre?
00:29:21: Weil dann irgendwann kam plötzlich andere Ideen und andere Jobs und plötzlich kam das Beratungsthema um die Ecke ... Ich dachte ja auch interessant, vielleicht kannst du das auch!
00:29:30: Während ich Beraterin bin kommt das Thema Podcast um die ecke und dann denkt man ach guck mal vielleicht kannst Du das ja auch Probier's das mal aus.
00:29:37: Wenn man sich immer so festlegt auf die eine Sache, dann ist man halt auch nicht offen zu gucken ... Ach, schau mal!
00:29:43: Jetzt kommt was Neues und vielleicht möchte ich das machen oder ich entwickeln mich eben?
00:29:47: Und das ist einfach glaub ich wichtig.
00:29:49: Deswegen find' ich deinen Ansatz Felix so gut, dass du sagst, ich sag jetzt gar nicht, was wirds am Ende, weil vielleicht ändert es sich ja noch einmal.
00:29:59: Dann leg ich mich selber nicht so fest und mach mir selber nicht wieder so einen Druck.
00:30:03: Das finde ich eigentlich sehr
00:30:03: gut.".
00:30:04: Ja, also ich finde mega was du jetzt gerade beschrieben hast.
00:30:07: Es ist nämlich ziemlich deckungsgleich eigentlich mit meinem Weg gewesen dass sich in der Zeit das habe ich gemerkt gerade dann wenn man sich anschaut okay gibt es noch eine andere Möglichkeit und man schaut sich dann vielleicht andere Studiengänge an andere Berufe.
00:30:19: Das ist auch wieder ein sehr starkes Außenziel sozusagen im Sinne von Das muss es konkret sein.
00:30:25: Ich hab's umgekehrt gemacht, ich bin ein sehr kreativer Mensch.
00:30:29: Wenn ich so Bilder ... Ich hab immer viel Bilder am Kopf.
00:30:31: Hab ich dann einfach, wenn ich mir vorstelle, dass du einen Podcast reinsprichst und auf der Bühne bist oder was schreibst, da ich über Google mir Bilder runtergezogen habe mit dem USB-Stick zum DM, hab alle Bilder ausgetrunken und eine Vision Wall geklebt.
00:30:45: Geil!
00:30:46: Ich hab die bis heute noch in meinem Jugendzimmer meinen Eltern.
00:30:49: Da hängen all die Bilder, ganz verschiedene Cluster, was kannst du dir vorstellen?
00:30:53: So hab ich das sozusagen ausgebildet, in Sinne von was würde mich bereichern?
00:30:57: Weil es geht ja eigentlich darum, dass ich ein erfülltes Berufsleben haben möchte.
00:31:00: Wo ich das Gefühl habe, meine potenzielle Leben zu können und das ist häufig nicht einfach nur dieser Studiengang sondern die Art wie du dies auch zusammen bastelst.
00:31:08: Und da ist ja immer so dieser starke Wunsch nach Sicherheit.
00:31:12: Deswegen sucht man sich dieses eine Ziel, da muss es hingehen.
00:31:15: Man kann alles vergleichen mit der Liebe The same, der Typ muss es sein.
00:31:19: Dann kommt vielleicht doch jemand, der besser ist oder zu mir passt zumindest.
00:31:22: Genau und so hat sich das dann alles entfaltet und dann bin ich dann auch ins Coaching gegangen, hab mir Unterstützung geholt während ich Ethnologie gemacht habe.
00:31:29: Und dann kam dann so eine Klarheit raus, wer ich bin was meine Vision ist für das, was ich machen möchte also bei mir Schwerpunkt eben rassismuskritische Bildungsarbeit.
00:31:42: Dann war das Ding einfach geritzt und es ist ganz spannend, weil selbst in dieser Selbstständigkeit kommen immer unterschiedliche Aufträge an die ich vor nicht gedacht habe.
00:31:48: Es waren oder der Kern ist sozusagen einfach klar, wofür ich brenne?
00:31:52: Und der Rest kommt dann!
00:31:54: Und was ganz Wichtig ist ja auch, dass einem am Anfang manchmal noch nicht klar ist wofür man brennt.
00:31:59: Also wir haben ganz häufig Leute da sitzen, die sind nach dem Abi und sagen ... Ja ich such eigentlich das, woför ich brenne?
00:32:06: Aber ich weiß nicht, was es ist!
00:32:07: Ich weiß irgendwie, ich muss für was brennen.
00:32:09: alle sagen.
00:32:09: Ich muss für etwas brenn.
00:32:11: Und machen sich schon wieder den Druck, dass sie nicht wissen, was für was brem.
00:32:14: ich ... Ganz ehrlich, ich weiß jetzt nicht wie's bei euch war, aber ich wusste bei Nachem Abi nicht für was ich brene.
00:32:18: Ich wusste irgendwas mit Menschen vielleicht.
00:32:21: Was ich mit denen mache keine Ahnung.
00:32:23: Ich bin auch eine Superjuristin geworden.
00:32:26: Da hätte ich wahrscheinlich ... weiß ich nicht, manchmal denke ich mir das wäre ein guter Weg gewesen.
00:32:31: Aber das wusste ich damals nicht!
00:32:33: Es hat sich einfach das Interesse da noch nicht rauskristallisiert.
00:32:35: Das kam erst später und ich glaub, es ist wichtig, dass man weiß, ich muss jetzt auch noch nicht wissen für was ich brenne.
00:32:43: Das darf's sich entwickeln.
00:32:45: Und es kommt irgendwann von ganz alleine.
00:32:47: Wenn ich versuche, ständig zu denken, gerade liegenden Weg gehen, ja so.
00:32:56: Jetzt gibt's unterschiedliche Ursachen für Studienzweifel.
00:32:59: Es gibt unterschiedliche Gründe.
00:33:01: bei dir Felix war es ... Wenn ich's richtig rausgehört hab, das Ziel hat sich verändert und du wusstest erst mal nicht will ich das was ich mir beruflich vorgestellt habe danach überhaupt machen.
00:33:10: und das musste sich verändern?
00:33:12: Bei dir Rachel war es einfach komplett Überforderung.
00:33:15: und magst du noch mal sagen, was war bei dir so ... Kannst du eine Ursache nennen?
00:33:20: oder würdest du sagen, war das das falsche Fach?
00:33:23: Was war bei dir da Grund?
00:33:25: Also ich würde nicht direkt sagen, dass es das falsche Fach war.
00:33:28: Sonst hätte ich das auch viel früher gemerkt, dass das nicht das richtige Meer für mich ist.
00:33:32: Sondern es hat viel mit diesem gesamten Juraklima auf jeden Fall zu tun.
00:33:36: Das ist ein anderer Kosmos!
00:33:38: Muss man einfach mal sagen wie man dann in die Ethnologie geht?
00:33:40: Dann weiß man, dass da sind zwei unterschiedliche Lebenswelten.
00:33:44: Es ist so eine starke Karrierefokusleistungs- ein sehr stark leistungsbasierter Studiengang und meines Erachtens nach zumindest in meiner Zeit mit denen ich studiert hatte sehr oberflächlich sehr oberflächlich, also gar nicht in die Tiefe reingehen.
00:33:57: Also ist etwas was mich schon sowieso abgetönt hat.
00:34:00: Was hab ich eigentlich immer gesagt habe okay mach schnell diese ganzen Klausuren und dann buchst du die nächste Reise im Jurastudium damit wieder rauskommst.
00:34:06: das war so ein Ding.
00:34:07: und dann aber auch eine Unzufriedenheit weil ich genau wusste also diese rechtliche Rahmenbedingung dass du da Spezialisten hast also gerade in dem Bereich wo ich unterwegs war mega mega wichtig braucht.
00:34:17: es war für mich nicht zufriedenstellend.
00:34:20: ja also ich wollte tiefer gehen ich wollte mehr mit Welt beschäftigen, warum sind wir überhaupt in der Situation politisch gesehen?
00:34:27: In der wir gerade sind.
00:34:28: Das heißt es hat mich einfach nicht erfüllt.
00:34:30: ich bin nicht tief genug gegangen und hätte mir auch mein Leben also ein Leben als Juristin tatsächlich überhaupt gar nicht mehr vorstellen können.
00:34:35: Auch die Arbeitsbedingungen.
00:34:37: Also weil ich sehr selten tatsächlich Juristinnen kenne, die in ihren Fällen unterwegs sind um die sagen so cool freue mich voll dass ich das mache vielleicht bei internationalen Organisation ja aber so in der Regel eher weniger.
00:34:51: Das heißt, würdest du sagen es hat nicht mehr so zu deinen Werten gepasst?
00:34:55: Kann man das sagen?
00:34:56: Also deine Werte haben sich vielleicht jetzt gar nicht verändert aber du hast vielleicht die nicht im Blick gehabt oder wie auch immer.
00:35:01: also weil es hört sich sehr nach einer... Wenn der Menschenschlag jetzt nicht so passt und wenn man merkt, die denken alle anders als ich.
00:35:09: Und das ist irgendwie ... Ich bin nicht so karriereorientiert oder was auch immer.
00:35:15: Das sind ja alles Werte.
00:35:17: Total!
00:35:18: Die waren aber die ganze Zeit schon da, sonst hätten sie mich gar nicht in den ganzen Auslandsprogrammen oder Seminare im Bezug auf Menschenrecht etc.
00:35:26: geschoben sozusagen.
00:35:27: Also es war schon da die ganze Zeit, dass ich alles für mich so gebastelt hab, das es zu mir passt und dann als es zum Ende kamen.
00:35:34: Dann weißt du okay, das wird jetzt mein Alltag sein wenn ich später Juristin bin.
00:35:38: Und dann wurde richtig klar, das passt überhaupt gar nicht mehr zusammen.
00:35:42: Das war dann nach richtig sichtbar.
00:35:44: Und erst als ich in die Ethnologie bin ... dann hat sich noch viel krasser gezeigt, wo ich zu Hause bin.
00:35:51: Das ist also so ein angenehmes Fell die Menschen das wirklich sich hinzusetzen und über Welt nachzudenken was manchmal natürlich ein bisschen schwierig ist weil da häufig Karriereprobleme sind.
00:36:00: ja weil wir Philosophieren sehr gerne über uns selbst reflektieren wie um die welt.
00:36:04: aber dann die Frage wer geht es weiter wenn du dann in diesem Washington fach aber die Kompetenzen hast?
00:36:09: zum Beispiel eines jemand der in dem Jurastudium war der halt weiß wie du eine Disziplin also mit Disziplinsachen halt für dich strukturieren kannst.
00:36:17: Hey, ich könnte Aschiologie mit beifach byzantinischen Kunstgeschichte studieren.
00:36:20: Ich könnte Unternehmen
00:36:21: gründen.".
00:36:21: Also so krass das!
00:36:22: Weil
00:36:23: du einfach im Jurastudium die Fähigkeiten entwickelt hast?
00:36:26: Ja richtig
00:36:27: und das ist was sich so feiert.
00:36:28: deswegen also heute ich würde sagen ich bereue keine einzige Sekunde im Jurasteudiums möchte noch mal ganz klar sagen null.
00:36:34: es hat mich genau zu dem also zu dem Zeitpunkt dorthin gebracht wo ich dann war.
00:36:38: dann habe ich den Absprung geschafft und das war gut so.
00:36:41: Ich guck also gut auf diese Zeit zurück, aber auch okay, dass es vorbei ist.
00:36:46: Du wärst ja im heutigen Punkt nicht, wenn du nicht in dem Jurastudium gewesen wärst?
00:36:49: Da haben sich die Interessen erst ausgebildet ... Total!
00:36:51: Das hatten wir vorhin auch.
00:36:53: Ja.
00:36:54: Es ist wichtig, dass das nicht falsche Entscheidungen gibt.
00:36:57: Das hören wir oft und ich hab mich falsch entschieden.
00:37:00: Und jetzt habe ich Angst, ich entscheide mich wieder falsch zum Beispiel.
00:37:04: Das sind glaub ich so auch wieder diese Glaubenssätze, Ja, alleine solche Formulierungen machen uns einfach unheimlichen Druck.
00:37:11: Und dass man mal versucht es irgendwie anders zu sehen.
00:37:14: nicht so ich habe mich jetzt hier falsch entschieden sondern ich orientiere mich um.
00:37:17: Ich nehme jetzt das was ich gelernt hat mit in einen anderen Bereich ja?
00:37:21: Ich hab sicher viele Sachen auch aus der sozialen Arbeit in den Beziehungswissenschaftern auch wieder gebraucht und ich mache auch viele Sachen heute noch die ich damals gemacht habe.
00:37:29: Die die die ich da im Studium gelernt habe habe ich einfach noch gebrauchte.
00:37:33: ich habe zum Beispiel in dem studium gelernt wie man lernt.
00:37:36: Also, ich wusste vorher nicht wirklich wie man lernt.
00:37:39: Und an der FH ist es alles sehr strukturiert und dann musst du einfach lernen!
00:37:42: Du musst dich hinsetzen und das auch sehr viel auswendig lernen.
00:37:45: Da hab' ich das irgendwie gelernt.
00:37:47: Das finde ich auch ganz wichtig.
00:37:50: Und ich bin auch wichtig ... Der Gedanke kam mir gerade... Dass man Zweifel aber auch nicht so überbewertet?
00:37:56: Wichtig ist sich zu überlegen und das würde ich euch gleich gerne noch fragen.
00:38:00: Ah, wie lange sind die Zweifeln eigentlich schon da?
00:38:02: Wie lange begleiten sie mich?
00:38:03: Weil jetzt sind auch nur Gedanken.
00:38:05: Also wenn ihr mal einen Tag zweifelt, es ist ein Gedanke.
00:38:07: Wenn er wieder weggeht, muss man jetzt auch nicht sein komplettes Leben in Frage stellen.
00:38:11: und wichtig da finde ich es zu analysieren wie lange begleiten die Zweifeln?
00:38:16: Bei euch klang das so dass das ja eine längere Phase war.
00:38:19: könnt ihr noch was dazu sagen?
00:38:20: Rachel startet doch gerne mal Wie lang war diese Phase des Zweifelns?
00:38:25: Die ging über paar Monate.
00:38:27: Und dadurch, dass ich jemand bin der sehr gerne journalt, also schreibe in Newsbücher ist das dann nochmal so richtig deutlich geworden, dass das richtig tiefsitzende Zweifel waren, dass es absolut nicht mehr der richtige Weg ist.
00:38:39: Es hat sich immer mehr gesteigert, hab für mich alleine gelernt in der Rapzeit und habe mich auch zurückgezogen.
00:38:47: Netflix war mein bester Freund in der Zeit, das ist ganz widersinn.
00:38:51: Also da war es sehr, sehr deutlich ... dass ich da richtig tiefsitzende Zweifel hatte.
00:38:56: Da ich in der Zeit mich stark mit dem Thema innere Arbeit und Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt habe, also das Thema Selbstzweifel zu googeln und sich mal mit Perspektiven von anderen über YouTube oder so zu beschäftigen, dann war es klar, okay, das ist etwas, was ich ernst nehmen muss, weil es entscheidet darüber, ob mein Leben nach rechts geht oder eben nach links.
00:39:15: Und hab auf mich gehört.
00:39:16: Das heißt dieses Innere-Aufhorschen und sich damit zu beschäftigend ... find ich unheimlich wichtig.
00:39:22: Und dann kann es sein, dass das wirklich ein fliehender Gedanke ist oder wichtiger Gedankel ist.
00:39:26: Aber es kann auch sein, wenn jemand sagt okay jetzt musst du vom Schiff entweder springen sozusagen?
00:39:32: Oder du musst halt irgendwie keinen anderen Weg gehen oder so.
00:39:35: Aber ja, so hab ich das gemacht
00:39:36: und Felix bei dir ...
00:39:38: Bei mir definitiv über den längeren Zeitraum.
00:39:40: So lange, dass ich mir immer verschiedene Sidequests gesucht habe angefangen mit Trainer-Lizenzen die mich zu meinem späteren eventuell meiner Idee gebracht haben bis hin zu, ich hab noch ne freiwillige Seminararbeit über jüdisches Recht im Mittelalter geschrieben.
00:39:56: Weil ich mir dachte das ja vielleicht doch noch eine Doktorarbeit machen will.
00:40:04: Also ich hatte genug Zeit um viele andere Dinge zu tun die dann wenig mit dem Studium zu tun hatten oder wenig mit den Primärziel-Examen schreiben.
00:40:13: Und kannst du es so umreißen, waren's Monate?
00:40:16: Monate.
00:40:17: Ja okay also wir reden jetzt nicht von ein paar Wochen oder kurz vor Klausur, da kann das glaube ich bei allen mal vorkommen und ...
00:40:25: Genau, weil Zweifel sind ja normal!
00:40:27: Das ist ganz wichtig, uns beiden ganz ganz wichtig dass Zweife völlig normal sind und sich manchmal auch immer wieder zeigen, das heißt aber noch nicht unbedingt das große Ganze muss jetzt eingerissen werden.
00:40:38: Das ist übrigens auch ein Punkt wo wir dann gerne immer nochmal darauf hinweisen Ratung zu suchen, ja?
00:40:45: Also wenn man merkt es kommen Zweifel immer wieder.
00:40:48: Es fängt an dass ich nur noch darüber nachdenke das sich anfangen in meine Turnips zu schreiben oder mich da einfach sehr viel mit beschäftige oder die ganze Ablenkung die vielleicht versuche noch zu finden oder was auch nicht mehr so gut funktioniert.
00:41:03: Das sind wirklich Sachen wo ich sagen würde hey dann einfach mal Wirklich Beratung suchen, weil dann geht man damit nach außen.
00:41:08: Macht es nicht mehr mit sich selber aus und kann auch mal gucken wie ... Krass sind die Zweifel wirklich.
00:41:15: Ist das jetzt vorübergehend?
00:41:16: Weil da können wir dann auch in der Studienberatung unterstützen zu gucken, ist es jetzt vor übergehen weil vielleicht gerade was ansteht worauf man keinen Bock hat also keine Ahnung wenn die Statistikklausel kurz bevor steht war bei mir immer so dann Da hab ich große Zweife gehabt Also an meinem Studium.
00:41:34: aber dann kann man quasi gucken Was sind die Gründe und Sind die so schwer wiegen dass Ich möchte oder dass ich dass ich das Gefühl habe, ich muss was verändern.
00:41:43: Und an welcher Stelle muss ich etwas verändern?
00:41:45: Das Verändern kann ja auch nicht immer heißen Ich musste Studium abbrechen oder wechseln.
00:41:49: Sondern es kann sein, ich musste das Ziel verändern Oder die Bedingungen oder irgendwelche anderen Rahmenbedingungen.
00:41:55: Und da sind's auch noch mal wichtig, die Ursachen zu nennen oder euch zu erzählen.
00:42:00: Es kann halt ganz unterschiedliche Ursachen geben.
00:42:02: es kann sein ihr seid im falschen Fach.
00:42:04: also im falsche Fach heißt eher das Fach trifft nicht meine Interessen.
00:42:09: ich interessiere mich de facto einfach nicht dafür.
00:42:13: Ich kann mich nicht motivieren ich kann mich aufraffen weil das womit ich mich beschäftigen muss wirklich durch die Bank kein Interesse bei mir weckt.
00:42:22: Das ist nicht mal ein Thema, werkt keine Interesse?
00:42:26: Also ich nenne immer das Beispiel... Ich musste irgendwie Geschichte der Volkshochschulen in Deutschland einen Seminar machen.
00:42:31: Das langweiligste was ich in meinem ganzen Leben gemacht habe.
00:42:37: Es war sogar Prüfungsthema.
00:42:38: also ganz ganz schlimm weiß ich auch nichts mehr drüber.
00:42:42: dass hat mich nicht interessiert.
00:42:43: aber es sollte Nicht durch die Bank mich nicht interessieren.
00:42:47: Es sollte nicht so sein, dass ich das kühl habe, egal in welches Seminar ich gehe.
00:42:51: Ich sitze da und denke ... What the fuck, was labert ihr hier?
00:42:54: Ich hab keinen... ich will das gar nicht.
00:42:56: Das interessiert mich einfach nicht!
00:42:58: Und anders könnte es ja auch sein.
00:42:59: man mag eigentlich die Inhalte aber es klappt einfach nicht mit den Klausuren, das ist auch so ein Zweifelding.
00:43:03: und dann heißt es eben dann wäre die Lösung eben nicht unbedingt ah ich muss mein Fach wechseln sondern die Erkenntnis vielleicht in einer Beratung zu analysieren.
00:43:11: okay alles klar eigentlich mag ich meinen Fach total gerne aber ich kann nicht die Leistungen abrufen und dann müsste man an der Stelle schrauben drehen und schauen.
00:43:18: Wie kriegt man es hin, dass ich in den Prüfungen die Leistung abrufen kann?
00:43:22: Genau oder auch noch mal ein anderes Beispiel für das Ziel ist weggefallen.
00:43:26: also wir haben euch ja jetzt nicht unabsichtlich eingeladen sondern schon Jura einfach genommen weil das so genau einer von diesen Studiengängen ist wo man lang auf einen Ziel hinarbeitet, dass da am Ende steht das große Examen so ungefähr und es sehr vielen auch schwer fällt das dann loszulassen oder davon irgend eine Veränderung vorzunehmen.
00:43:44: Und wem das auch oft häufig so geht sind die Lehrämter.
00:43:48: also das heißt wenn man zum Beispiel im Lehramtsstudium feststellt ich will gar nicht Lehrerinnen oder Lehrer werden ist ein ganz großes Thema.
00:43:55: und auch da nochmal zu schauen Bedeutet das automatisch, dass ich dieses Studium abbrechen muss oder weil mich vielleicht die Inhalte doch interessieren?
00:44:04: Vielleicht finde ich das spannend.
00:44:06: Ich da studiere und ich finde auch die Pädagogik interessant.
00:44:09: Ich will nur einfach nicht vor einer Klasse stehen, dann heißt es manchmal nicht automatisch, ich muss jetzt hier einen Wechsel machen.
00:44:14: Sondern ... ne?
00:44:16: Es gibt auch Jobs für Leute!
00:44:19: Das könnt ihr mal so machen wie Felix das gemacht hat.
00:44:21: Hört euch mal um, wie viele Leute Lehramtsstudierter man nicht Lehrerinnen sind.
00:44:25: Das sind sehr, sehr viele.
00:44:28: Also man muss nicht unbedingt Lehrer werden.
00:44:31: Veränderung sein.
00:44:33: Man kann mal gucken, das geht auch noch mal so in die Richtung was Annabelle gerade sagte.
00:44:40: Wie sind meine Lernstrategien?
00:44:41: Schiebe ich irgendwie viel auf weil ich was auch immer da irgendwie so ein Thema habe mit Aufschieberitis und immer auf den letzten Drücker.
00:44:50: Das sind alles Themen, die so ein bisschen bearbeitet werden können entweder bei uns in der Studienberatung oder in der psychotherapeutischen Beratungsstelle.
00:44:58: Und dann kann man auch gucken geht es mir vielleicht danach besser?
00:45:01: Es kann doch der Studienort sein, um mal deutlich zu machen an wie vielen Faktoren das liegen kann.
00:45:06: Dass es nicht immer das
00:45:06: Fach ist
00:45:07: sondern auch andere Faktor.
00:45:08: und weil's kann ja sein man studiert in einer Stadt wo man einfach irgendwie nicht happy is so aus unterschiedlichen Gründen und dass würde sich Auswirkung auf die Studien zufrieden hat dann auch auf die Motivation Und das lohnt sich dann das eben durchzuanalysieren und überlegen was ist denn eigentlich?
00:45:27: Was mich zum Zweifeln bringt und was könnte ich verändern damit die Zweifel sich vielleicht etwas in Luft auflösen.
00:45:35: Ja,
00:45:37: da würde mir noch auch noch mal voll wichtige Punkte dir gerade genannt haben, weil er fällt mir gerade auch ein – gerade für die Menschen, die unbewusst nicht systemkonform sind!
00:45:47: Das ist auch nochmal ein ganz großes Thema wenn ich eigentlich merke dass ich vielleicht Sachen machen möchte oder irgendwie in Richtung gehe, die gar nicht vorgelebt die gar nicht Teil dessen ist meines Kosmos, was ich im Studium beigebracht bekomme.
00:45:59: Dass es eben diese Wege gibt und das ist glaube ich auch ganz wichtig da wenn du diese Vorbilder noch gar nicht hast nur die Frage wie gehe ich eigentlich damit um?
00:46:06: Und ich möchte jetzt nicht über Fußball sprechen als wäre es das Auffanglager für alle Sachen aber du bist ja ein Fußball verortet.
00:46:12: Ich bin auch irgendwie im Fußball gelandet.
00:46:14: Ich kenne übrigens eine Lehrerin also ganz toll.
00:46:16: sie hat erlernt studiert und sie macht tatsächlich Integrationskurse für die Bundesligaspieler die hierher den Transfer in die deutsche Bundesliga machen.
00:46:24: Wie geil Oh, das ist super.
00:46:26: Sie hat sich das zusammengebastelt aus den Zweifeln, die sie im Studium hatte.
00:46:31: Dass sie merkt, dass es nicht mein Weg hat zu Ende gemacht, weil sie hat das schon gemacht.
00:46:36: Aber ich möchte was anderes machen und dann musst du ihr eigenes Ideenreistum anzapfen.
00:46:41: Das ist ja nicht immer so einfach, wenn du in einem System bist, wo viele eher den regulären Weg gehen, der schon gegangen worden ist.
00:46:49: Da braucht's auch noch mal so Unterstützung ... dass die Unterstützung einfach hat, auch mal was Neues zu wagen.
00:46:55: Weil also das, was die Rieke Pramo heißt ... mega-wasdie macht!
00:46:58: Und es gab's vorher nicht.
00:47:00: Es ist Pionierarbeit, was sie gemacht hat vor allem in der Männerbundesliga.
00:47:03: Also ich feiere das hart.
00:47:04: Ja,
00:47:05: das ist echt cool.
00:47:06: Aber das ist ein super gutes Beispiel für, dass man noch mal gucken kann... Dass man sich nicht zu krass festlegt.
00:47:13: Das ist nochmal das, das ich vorhin sagte.
00:47:15: Nicht so sehr zu starrdenken, es muss hier linear laufen.
00:47:19: und wenn es nicht linear läuft oder nicht in den normalen Weg passe, dann... breche ich hier raus und bin arbeitslos.
00:47:26: Und dann beginnt die große Katastrophe!
00:47:30: Also da bitte wirklich noch mal ganz wichtig unbedingt Beratung holen, also auch wenn es um das Thema ... Ich möchte eine neue Berufsidee entwickeln.
00:47:38: Gerne nochmal zum Career Service gehen von den Unis.
00:47:42: Also jede Uni hat Career Services.
00:47:44: Da noch mal gucken kann ich vielleicht zusammen mit dem Career Service was entwickeln einen Berufsfeld wo ich eben noch kein wie du grade sagst Rachel Vorbild habe, wo ich nicht weiß Wie komme ich in dieses Berufsfeld überhaupt rein?
00:47:57: Also, ich glaube ... Da können wir alle zurelaten.
00:48:01: Es gibt einfach Berufsfelder, wo auch wir Annabelle und ich nicht wissen, wie man da jetzt reinkommt.
00:48:06: Ich hätte nie gedacht, dass ich in dem Beruf lande, in dem ich gerade bin?
00:48:09: Nee, ich wusste gar nicht das Ding, ehrlich gesagt.
00:48:11: Und dass man da mal ein Podcast machen würde.
00:48:13: Also es gab noch keine Podcasts als ich angefangen
00:48:15: habe zu
00:48:15: studieren.
00:48:17: Genau was auch noch wichtig ist, es gibt manchmal noch Rahmenbedingungen, die nicht passen.
00:48:22: Das möchte ich erwähnt haben finanzielle Schwierigkeiten ... Manche können nicht das Fach wechseln, weil es Druck von außen gibt.
00:48:31: Von den Eltern vom BAföG-Amt I Don't Know.
00:48:34: Da auch unbedingt trotzdem Beratung suchen und gucken an welcher Stellschraube kann man drehen?
00:48:42: Weil häufig ist die Erfahrung, die wir machen, manchmal reicht es wirklich an einer Stelle im System ... an einer Schraube zu drehen.
00:48:51: Es muss manchmal gar nicht die große Schrauben sein, sondern es reicht mal wenn man zwei kleine Schraubendreht und dann ändert sich das System auch wieder.
00:48:58: also dann ändern sich die Haltung oder was auch immer.
00:49:01: und das heißt Auch wenn ihr durch äußere Faktoren wirklich gehindert seid und sagt, ich kann hier jetzt nicht das Studium abbrechen.
00:49:10: Ich muss das jetzt durchziehen.
00:49:12: Dann trotzdem noch mal gucken wie kann ich mir Unterstützung holen?
00:49:15: Dass es zumindest ja jetzt erträglich bleibt und nicht total aus dem Ruder läuft genau.
00:49:22: Und was man sich da auch ins Gedächtnis rufen kann ... Das merkt man ja oder unser Gespräch bisher macht das gut deutlich bei uns allen vielen.
00:49:29: Man zweifelt immer ein gutes Ding, dass die da waren.
00:49:32: Wir sind alle zu dem Ergebnis gekommen und es war gut, dass wir die Zweifel hatten.
00:49:36: Sonst hätten wir nicht die Ideen für neue Ausrichtungen gefunden.
00:49:42: Die wären sonst nicht da?
00:49:44: Das kann einem auch ein bisschen Mut machen, wenn man zweifelt, das eher zu verstehen als Moment der Entwicklung.
00:49:51: Wenn man sich traut, die anzugucken oder nichts zu verharren.
00:49:56: Felix, ich lese dir jetzt mal so ein paar typische Glaubenssätze vor.
00:49:59: Die wir immer wieder hören von unseren Ratsuchenden wenn es um Studienzweifel geht oder wenn's um Fachwechsel geht oder die Frage geht was soll ich danach damit machen?
00:50:07: und ich weiß das doch noch gar nicht?
00:50:09: und so weiter.
00:50:10: also das Thema über dass wir heute sprechen.
00:50:12: und du kannst mir mal sagen Was hältst du jetzt aus der jetzigen Perspektive wo du diese Zweifel durchlebt hast?
00:50:18: Und für dich irgendwie einen Weg gefunden hast?
00:50:19: was hältst Du von diesem Glauben?
00:50:20: Satz?
00:50:20: kannst du dazu etwas sagen?
00:50:21: ja Also macht der Sinn, macht er nicht Sinn und so weiter.
00:50:24: Ich versuch's.
00:50:25: Probier es mal!
00:50:27: Wenn ich wechsle war alles umsonst?
00:50:31: Würde ich verneinen aus dem einfachen Grund dass man wahrscheinlich einfach nur einen Schritt zurücktreten muss.
00:50:38: Man ganz genau schauen muss was man eigentlich gemacht hat.
00:50:41: jetzt in Jura ist das dann vielleicht die Problemlösungskompetenz Analyse In anderen Studiengängen werden andere Dinge sein sich einfach ganz genau zu überlegen, was hat man eigentlich gelernt abgesehen vom Fachlichen?
00:50:54: Und dass man da ganz viel mitnehmen kann und das auf jeden Fall keine verschwendete oder vergeuderte Zeit ist.
00:51:01: Okay ich habe noch einen Satz für dich.
00:51:03: vielen Dank schon mal.
00:51:06: Ich bin schon zu weit fortgeschritten also ich hab schon zu viel investiert
00:51:13: würde ich auch so nicht unterstreichen weil Die Zeit, die man dann eventuell später damit zubringt unglücklich in einem Beruf oder einen Berufsfeld zu sein ist wahrscheinlich definitiv länger als die Zeit, wo man bisher in ein Studium investiert hat.
00:51:28: Definitiv!
00:51:29: Auf jeden Fall!
00:51:30: On point!
00:51:31: Ja.
00:51:32: Komm wir machen mal direkt weiter mit dem nächsten für Rachel.
00:51:34: also ich geb dir den Satz, denen ganz viele immer denken... Ich enttäusche meine Familie, wenn ich jetzt mein Studium wechsle.
00:51:41: Den kennst du auch gut?
00:51:43: Total!
00:51:44: Was würdest du dir mit deiner heutigen Erfahrung, was würdest Du dem Satz entgegensetzen?
00:51:51: Ich enttausche Meine Familie.
00:51:52: Es
00:51:52: ist das wahr.
00:51:54: Also meines Erachtens in den meisten Fällen nicht.
00:51:57: Ich möchte nicht sagen, es gibt tatsächlich Familienkontexte wo das wirklich schwierig ist aber in den Meisten Fällen ist das überhaupt gar nicht der Fall.
00:52:05: Das ist sozusagen die eigene innere Projektion der Angst auf die Familie und wenn man das dann häufig geäußert hat hat man eigentlich dann voll die Unterstützung und Mitgefühl.
00:52:15: Und dass da man Hilfe bekommt, okay, dass man gemeinsam den Weg sucht.
00:52:19: Hier geht es gar nicht darum, dass eine Erwartung der Familie erfüllt, sondern eigentlich möchte die Familie ja den besten Weg für einen.
00:52:26: Sie haben natürlich auch manchmal ne Vorstellung, aber wenn man sich mal an den Tisch sitzt, ist es immer so, meine Eltern haben's auch gesagt nachdem mein Vater mich angeschrien hat ... Am Ende des Tages will er nur, dass ich happy bin!
00:52:36: Er hat das nicht ertragen, mich zu sehen.
00:52:38: Das hat ihn getriggert.
00:52:39: Dass
00:52:39: es dir schlecht ging?
00:52:42: Weil die nächsten Tage hat er dann immer mal super gemacht und für mich gekocht, so dass ich mich wieder aufpeppeln kann.
00:52:48: Da hat man schon gemerkt das waren die inneren Ängste, die ich auf meine Familie projiziert habe und alle waren am Start nachdem ich es gesagt habe.
00:52:55: Ja da möchte ich auch unbedingt noch was zu sagen.
00:52:57: also mir ist klar, dass nicht alle Familienkontexte so funktionieren und dass es manchmal auch Familienbeziehungen gibt in denen das schwieriger abläuft.
00:53:07: Wenn wir jetzt mal von einer gesunden Familienkonstellation, ich meine einfach eine gesunde Beziehung ausgehen.
00:53:13: Ich hab ja selber auch Kinder.
00:53:14: Ich kann nur sagen ... wenn man da ein gutes Verhältnis hat und das habe ich zu meinen Kindern, das Einzige was mich interessiert ist dass es denen gut geht.
00:53:24: Es ist mir scheißegal Da für ein Weg, also wie sie an dieses Ziel kommen.
00:53:30: Aber das ist mir das Aller-Allerwichtigste!
00:53:32: Das heißt wenn mein Kind zu mir käme und sagen würde ich brechte es hier ab weil ich bin Todesunglücklich Ich kann mir wirklich keinen Kosmos vorstellen indem ich sagen würde das machst du jetzt nicht Da würde ich schon Himmel und Hölle in Bewegung setzen.
00:53:44: Ich bin jetzt auch nicht komplett die Übermutter, damit meine ich ... Ich kenne sehr viele andere in meinem Alter, die das genauso machen würden.
00:53:54: Und ich versuche immer Ratssuchende zu ermutigen es doch mal anzusprechen.
00:54:00: Weil ganz viele haben diesen Satz im Kopf aber wirklich noch nie mit ihren Eltern tatsächlich darüber gesprochen.
00:54:07: Auch diese Vorstellungen, die wir manchmal haben was unsere Eltern von uns erwarten die stimmen manchmal nicht.
00:54:13: Man muss das wirklich noch mal checken, ich habe sehr lange gedacht, dass mein Vater von mir erwartet ins Geheim oder sich wünscht, dass ich promoviere und als ich dann entschieden hab ... Ich mache es nicht und ist ihm gesagt, aber er hat gesagt, das habe ich gar nicht erwartet.
00:54:25: also nicht weil du's nicht könntest sondern du bist super.
00:54:28: so wie du bist musst nicht promovieren um irgendwie super zu sein.
00:54:32: So.
00:54:32: manchmal hilft es das wirklich anzusprechen hinzugehen und zu sagen hey Eltern, Hey Familie, Hey Freunde was auch immer.
00:54:37: ähm...ich mache mir Sorgen ... enttäuscht von mir seit.
00:54:43: Ich mach mir Sorgen, dass wenn ich das jetzt abbreche, ihr wütend werdet und so weiter.
00:54:47: Und dann guckt mal was passiert?
00:54:48: Also ich bin sehr positiv, dass es nicht so schlimm läuft wie man sich das manchmal vorstellt.
00:54:55: Man könnte ja auch so eine Umkehrung machen von dem Satz in die Richtung... ...ich enttäusche mich selbst, wenn ich mich nicht traue zu wechseln.
00:55:03: Das ist ja auch ein superrelevanter Faktor.
00:55:05: also nehmen wir an, ich hab ein soziales Umfeld.
00:55:07: Wo ist der Worst Case?
00:55:10: Eintritt quasi und die Menschen um mich rum sind enttäuscht.
00:55:13: Ja gut, aber wenn ich deswegen selber meinen eigenen Lebensweg ... Wenn ich mich selber nicht wichtig genug nehme, dann enttäuschere ich ja auf eine gewisse Art und Weise nicht selbst.
00:55:24: Absolut!
00:55:24: Darin verweigere mir das genau anzuschauen, neue Idee auszuarbeiten
00:55:29: Ja.
00:55:30: Und ihr seid einfach die Gestalter, oder Gestalterinnen eures Lebens?
00:55:33: Also ihr seid diejenigen, die das eben leben müssen dieses Leben und deswegen ist es ganz wichtig da auch die Gestalterin zu bleiben.
00:55:42: Felix ich hab noch ein Satz für dich.
00:55:44: Das sieht später im Lebenslauf schlecht aus.
00:55:47: Das kommt glaube ich bei den JuristInnen auch häufig dieser Satz, oder?
00:55:51: Ich würde sagen ... dass genau das Gegenteil der Fall ist.
00:55:55: Mhm.
00:55:55: Ähm, ich war vorhin schon erzählt, Biografien, Erwerbsbiographien-Lebensläufe angesehen hab.
00:56:04: Logischerweise waren das dann immer erfolgreiche Menschen, weil die anderen Leute reden meist nicht so darüber?
00:56:11: Das war aber meistens keine linearen Lebensläufer.
00:56:13: Sondern das war ein Lebensläufel von ... Ich hab mal das gemacht, dann hab ich das gemacht und wiederum das.
00:56:19: Und irgendwo da bin ich gelandet.
00:56:21: Letztes ein Podcast gehört, ich glaub es war der ARD Sendeschiff.
00:56:27: Der hatte mal eine Bar in Lissabon.
00:56:30: Ja, genau!
00:56:30: Der hat immer ... In Afrika irgendwo gearbeitet.
00:56:33: Der Typ ist crazy von dem hab ich
00:56:35: auch schon gehört.
00:56:36: Und bis jetzt bei der ARD-Sendeschäft zur Zeit.
00:56:39: Von daher gesehen glaube ich, dass es im Lebenslauf gerade, weil sich aktuell relativ viel ändert, in der Welt da draußen total spannend ist, wenn man andere Erfahrungen mitbringt die man ein bisschen über den Tellerrand hinausgehen Aber auch für einen selbst, wenn man mal sagt, ich schaue mir was ganz anderes an.
00:57:00: Weil eventuell weiter das dann wieder den Blick für andere Dinge wie zum Beispiel bei mir mit Fußball, wenn ich da nicht reingeguckt hätte.
00:57:07: Dann wäre ich niemals auf den Drichter gekommen.
00:57:09: Moment!
00:57:09: Das könnte man verbinden.
00:57:10: Das ist ja etwas total Spannendes.
00:57:12: Irgendjemand muss es halt machen und dafür muss man auch mal was anderes ausprobieren außerhalb der eigenen Bubble.
00:57:20: Man könnte eigentlich eher sagen, das sieht später im Lebenslauf gut aus.
00:57:23: Rachel, du kannst den Satz ganz gut fühlen?
00:57:27: Total!
00:57:27: Weil mein Lebenslauf ist definitiv viel zusammengepuzzelt und wenn ich mich mal für Sachen beworben habe, kam da immer positive Rückmeldungen einfach weil es erst mal vielseitig ist.
00:57:36: Da sieht man ja schon, dass jemand in unterschiedlichen Fällen unterwegs war und da verschiedene Expertisen mitbringt.
00:57:43: Das ist auch ganz spannend, weil wir dann die Rückfrage kommt, sagt es noch ein bisschen was über die Persönlichkeit aus.
00:57:48: dass man da nicht immer dieselben Wege geht.
00:57:52: Dementsprechend hab ich nie negative Erfahrungen gemacht
00:57:54: damit.".
00:57:56: Und vielleicht nur als Ergänzung, wenn man irgendwann mal in einem Bewerbungsgespräch sitzt und man hat seinen Lebenslauf und der ist dann ganz klassisch Praktikum ABC untersteht zwischendrin mal was ganz anderes?
00:58:09: Keine Ahnung!
00:58:10: Schildkrötenhilfe auf den Galapagos-Inseln das ist halt auch ein super Aufhänger der Grund, warum man in ein Vorstellungsgespräch kommt.
00:58:21: Wobei dann man damit jemandem reden kann.
00:58:24: oder das Studium des Auslandsjahrs in Neuseeland was einem vielleicht in dem Moment eher weiter hilft wo man denkt na vielleicht ist es gar nicht so gut.
00:58:35: Dann aber der entscheidende Punkt ist um dann doch den nächsten Schritt zu gehen weil eine Person das dann spannender findet als vielleicht doch praktikum cde.
00:58:43: Ja, es kann genau die, also so wie du es beschrieben hast, genau die Besonderheit sein.
00:58:48: Warum man rausgepickt wird und überhaupt eingeladen hat für den Job, den wir eigentlich gerne haben wollen.
00:58:52: Absolut!
00:58:55: Jetzt kam's ja dann bei euch beiden irgendwann zu der Entscheidung Wie mache ich jetzt weiter?
00:59:01: Also, ich weiß gar nicht, ob das dann auch so ein konkreter Punkt war oder ob das ein Prozess war.
00:59:07: Da würde ich aber gerne mal einsteigen, weil sehr viele ... Auch wenn es um Studienzweifel geht sich schwer tun eine Entscheidung zu treffen.
00:59:15: Das bedeutet, zu entscheiden wie mache ich jetzt weiter?
00:59:18: Da geht's jetzt gar nicht um Abrechen oder Nichts sondern einfach Wie mache ich an dieser Stelle, wo diese Zweifel da sind und ich merke, ich muss was verändern.
00:59:26: Wie entscheide ich mich dafür, was mach' ich jetzt?
00:59:29: Und da möchte ich gerne mal mit euch reingehen und gucken, wie war das für euch diese Entscheidung?
00:59:34: Habt ihr die einfach irgendwann getroffen oder hat sie sich entwickelt Felix.
00:59:37: Wie war es bei dir?
00:59:38: Kannst du dich daran erinnern also wirklich an diesen Punkt wo du gab's den überhaupt diesen Punkt, wo du entschieden hast?
00:59:45: jetzt mach ich so und so weiter oder war das eher ein Prozess?
00:59:48: Das war definitiv ein Prozess weil ich hatte vorhin schon so bisschen angerissen.
00:59:52: Es war nicht gerade einfacher zu sagen Ich höre auf die Bedingungen bei mir im Studium relativ gut gepasst haben.
01:00:03: Die Noten waren gut, ich hatte eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft und wenn man da jetzt objektiv drauf guckt denkt man was ist dein Problem?
01:00:16: Und dann macht man immer weiter, man überlegt naja wie komme ich rausmacht aber währenddessen weiter.
01:00:19: dann war ich irgendwann scheinfrei und habe gemerkt ja Moment Jetzt bin ich dann so kurz davor, jetzt schreibe ich demnächst meinen Schwerpunktexamen.
01:00:30: Das war auch noch gut!
01:00:32: Leider sag' ich jetzt mal vielleicht hätte ich irgendwann den Punkt gebraucht wenn ich hätte sagen wollen will abbrechen dass ich irgendwann mal den großen Buch brauche und jetzt muss das mal richtig knallen.
01:00:39: Jetzt muss man mal eine schlechte Note kommen.
01:00:41: aber dann habe ich auch gemerkt wie gesagt es läuft jetzt nochmal was Neues anzufangen schwierig.
01:00:48: Ich zieh's dann an der Stelle durch plus diese Zustimmung für den alternativen Karriereweg.
01:00:56: Das war alles so ein bisschen parallel gelaufen, ich bin quasi in meinem Studium weiter durchgelaufen und hab dann halt natürlich gezweifelt aber hab meine Sachen trotzdem irgendwie durchgezogen und das war alles irgendwie in Ordnung.
01:01:08: Und parallel kamen dann aber diese ganzen Vorschläge was ich denn machen könnte, kam dann immer näher und es wurde dann konkreter und ist es einfach dabei geblieben.
01:01:20: Es war eher der Prozess der dann dazu geführt hat, dass ich weitergemacht habe.
01:01:24: Es gab nie den Punkt wo ich dann wirklich auch nah dran war abzubrechen.
01:01:30: also das war eher weiter entfernt auch wenn es natürlich hätte dazu kommen können.
01:01:35: aber das heißt da war jetzt die strategie einfach mal weitermachen und dann aber die augen offen Halten nach, was will ich jetzt verändern?
01:01:45: Und wie will ich weitermachen?
01:01:47: und da irgendwie ... Aber das gab nicht so diesen Entscheidungspunkt.
01:01:50: Hab ich's richtig verstanden?
01:01:51: Genau,
01:01:51: der Entscheidungspunkte gab es nicht.
01:01:53: Der Prozess war da, und zwar jederzeit waren noch die Gedanken da.
01:01:57: Die kommen auch immer noch.
01:01:59: Das ist jetzt nicht so, dass ich da manchmal in der Examsphase da nicht sitze.
01:02:03: Und wenn ich was über eine Doppelt-Analoge Anwendung von Paragraph XY lese, mich frage, was mache ich hier eigentlich?
01:02:12: Aber die Bestärkung dann von außen in dem, was ich dann ... Wenn ich mit Leuten aus dem Fußball z.B.
01:02:17: drüber geredet hat, na ja, so und so, das könnte ich mir vorstellen... Die Bestärkung, die dann dazu kam war für mich der entscheidende Punkt plus ich hab schon Vollzeitangebote bekommen.
01:02:29: Also so was nicht?
01:02:30: Ich bin noch nicht fertig und hab schon vollzeit Angebote bekommen ... Ah krass!
01:02:35: Wo ich gemerkt habe Moment wär ganz cool wenn du jetzt eigentlich fertig wärst weil dann könntest du das schon machen wo ich dann gemerkt hab Moment jetzt muss ich aber nochmal ein Zahn zulegen.
01:02:45: also es war dann eher noch mal diese zum einen ich könnte jederzeit abbrechen zum anderen aber auch das, was ich dann später damit machen will.
01:02:52: Wofür ich es jetzt eigentlich mache und nicht mehr für die Note, sondern spielen ein bisschen viel Gewinn?
01:02:57: Wenn es so funktioniert, dann habe ich auf jeden Fall etwas... hat dazu geführt, dass ich dann auf jeden fall nie diesen einen Entscheidungspunkt hatte, sondern zwar eher im Prozess.
01:03:06: Und das ist auch sehr wichtig manchmal sind Entscheidungen nicht ein Münzwurf Ich mach jetzt das oder das.
01:03:12: Manchmal ist es ein Prozess wo man auch mal das ein Stück weit laufen lassen kann.
01:03:17: Da muss man dann auch gucken, ist mein Thema als meine Situation die richtige um es laufen zu lassen?
01:03:23: Weil manchmal ist es in Laufenlassen nur ein Vermeiden von der Entscheidung.
01:03:26: aber manchmal hilft es auch weil Entscheidungen und das kann man schon allgemein sagen Entscheidungen sind Prozesse.
01:03:32: Man muss erst einmal so dem Ganzen ein bisschen Zeit geben.
01:03:35: Wie war das bei dir
01:03:36: Rachel?
01:03:36: Also ich
01:03:36: finde es auch nochmal gut dass du von Entscheidungen gesprochen hast weil da sind mehrere die anfallen diesen Prozess.
01:03:41: Das heißt für jemanden der jetzt zum Beispiel abricht geht's ja dann.
01:03:43: Ich war noch mit der Frage weiter, wie geht's jetzt weiter?
01:03:46: Weil ich zum Beispiel abgebrochen hatte ohne zu wissen, wie es jetzt weitergeht.
01:03:50: Ich hatte gar keinen Studiengang im Sinn.
01:03:53: Das Spannende ist und das ist für mich ganz wichtig, dass die Zuhörenden das hören ... Dass nur weil ich entschieden habe mein Studium abzubrechen heißt nicht, dass ich extra matrikuliert war.
01:04:05: Ich hab einfach noch eingeschrieben!
01:04:06: Ja, das heißt ich kann dann als Werkstudentin vielleicht irgendwo jobben, mich finanzieren und gucken wie es weitergeht.
01:04:12: Und ich muss sagen ... Es geht ja vor allem... Das hat mir noch gar nicht angesprochen aber es geht eigentlich bei diesem ganzen Stream-Zweifel viel um Bedürfnisse!
01:04:20: Was sind eigentlich meine Bedürfnisse?
01:04:21: Das ist das, wo es mich hinbringen soll in einem Bereich, wo ich irgendwie glücklich bin damit.
01:04:28: In der Zeit musste ich mich erst mal gesundheitlich aufpeppeln und dann hatte ich, weil ich zurückgezogen gelebt habe die Frage wie geht's jetzt weiter?
01:04:35: im Sinne von so auch von einem sozialen Kontext her ... Wie lebst du jetzt weiter?
01:04:40: Und dann hab ich mir überlegt, okay, du müsstest eigentlich wieder rauskommen aus deiner Netflix-Höhle.
01:04:45: Hab dann überlegt wo könnt ihr arbeiten, wo ich unter Menschen bin?
01:04:48: und ich kam ... Ich habe vorher in Rüsselsheim gewohnt der Frankfurter Flughafen.
01:04:53: Hab am Frankfurther Flughaf nach Jobs gesucht, nach Werkstudenten Jobs.
01:04:56: und tatsächlich es gab eine Ausschreibung die haben einen Tour Guide gesucht den Rundfahrten macht auf dem Vorfeld.
01:05:03: Oh
01:05:03: geil!
01:05:04: Das war im Abstand der geilste Werkstelle, den ich jemals hatte.
01:05:08: Hab da wirklich so Rundfahrten auf die Vorfahrt über neue Triebwerkstechnologien, über Flugzeugmodelle gesprochen ... Dann kann man unterschiedliche Gruppen von Rentnergruppenschulklassen, irgendwelche High Experts, die dann diese Rundfahrten gebucht haben oder Leute, die in Flug verpasst haben.
01:05:24: Es gab drei Wochen Schulung, dass du über den deutschen Wetterdienst, über die Airlines alles erlernst und an diese Rundenfahrten machst und dann so eine Dogo gemacht hat über alle Berufskruppen am Flughafen.
01:05:36: Und in meiner Folge dann irgendwie dann so drei Millionen Klicks war.
01:05:39: Also, das richtig!
01:05:40: Ja,
01:05:40: die sind immer
01:05:41: noch online auf YouTube.
01:05:42: Flughafen mit drin voll gefilmt,
01:05:44: falls euch das interessiert?
01:05:45: Wir verlinken euch das genau.
01:05:47: Das war so eine geile Zeit, wo ich wieder unter Menschen war ... Fremde Menschen, das ist manchmal sogar einfacher.
01:05:54: Fremden Menschen dann zu sagen ich hab hier Jura, aber ich mach's nicht mehr weiter.
01:05:58: Da kommen ganz neue Perspektiven.
01:06:00: Also nicht nur der eigene soziale Raum sondern einfach andere Menschen.
01:06:02: Total!
01:06:03: Ja und das war toll.
01:06:04: Und in der Zeit habe ich dann immer wieder auch recherchiert.
01:06:07: so was sind meine Themen?
01:06:09: Was würde zu mir passen?
01:06:10: Und genau in der Zelt bin ich schon auf die Technologie getroffen.
01:06:13: ja also das war dann der Prozess und ich weiß noch ... Ich hatte schon so eine leichte Obsession gehabt mit, ich muss jetzt meinen Weg irgendwie finden und hab dann viel gegoogelt.
01:06:23: Einen Dreißig Nachts entdeckte ich auf der Mainzer Uni.
01:06:26: Ich habe immer die Studiengang gedurchgegangen, wirklich verfiede jeden einzelnen Studiengang und sehe dann die Ethnologie.
01:06:35: Und er geht dran,
01:06:36: der Benni wieder.
01:06:37: Er sagt
01:06:37: dem Benni ich hab was gefunden, ist Technologie!
01:06:40: Oh mein Gott girl I'm so proud of you, das is cool.
01:06:43: Habs am nächsten Morgen meiner Mutter erzählt die gerade die Zähne geputzt hat, die eigentlich zum Gottesdienst wollte.
01:06:47: Mama, ich glaub dass es ist und ihr habt das ... Das war ein krasser Prozess weil ich viel auf meine Bedürfnisse geachtet habe.
01:06:53: Was ist jetzt gut für mich?
01:06:55: Dass ich erst mal gedacht hab, dass es nicht darum geht, dass der nächste Schritt sofort zum Studienziel führt sondern erst mal nur, dass's mir besser geht.
01:07:03: Das hat dazu geführt, dass ich mega-happy bin mit dem was ich mache.
01:07:06: Aber das war der gesamte Prozess!
01:07:07: Krass!
01:07:09: Ja und ich finde es zeigt auch also man muss manchmal noch nicht die Alternative schon entwickelt haben?
01:07:14: Also das merken wir, glaub ich auch oft in der Beratung.
01:07:17: Die muss nicht schon auf dem Tisch liegen?
01:07:19: So
01:07:19: viel auf einmal.
01:07:20: Ja
01:07:21: absolut!
01:07:22: Erst mal ein bisschen Zeit geben und gucken was kommt da und sich schon damit beschäftigen.
01:07:27: auf jeden Fall.
01:07:28: also mir ist wirklich immer dieser Punkt.
01:07:30: deswegen habe ich das auch schonmal gesagt und wiederhole es jetzt noch mal.
01:07:32: Mir ist es schon wichtig Entscheidungen ... Wir neigen auch manchmal dazu auch Entscheidungen wirklich aufzuschieben weil wir uns so davor scheuen diese Entscheidung zu treffen.
01:07:42: Ich sag dann immer dass es auch eine Entscheidung eine Entscheidung aufzuschieben, aber manchmal braucht man die auch.
01:07:48: Manchmal braucht man diese Zeit.
01:07:49: Man muss nur gucken, bin ich jetzt noch in mich brauche Zeit oder bin ich schon im?
01:07:53: Ich vermeide hier?
01:07:55: Ich habe irgendwann mal gehört einen sehr klugen Ted Talk der gesagt hat Die schlechteste Entscheidung ist sich nicht zu entscheiden.
01:08:04: Also, das ist eigentlich der schlimmste Zustand.
01:08:06: Ich glaub, das können wir alle nachempfinden.
01:08:10: Dieser Zustand, wo man sich noch nicht entschieden hat, ist ein sehr unangenehmer.
01:08:14: Und wenn man den sehr lange zieht, geht's einem wirklich nicht so gut.
01:08:19: Selbst wenn man sagt, ich möchte mich noch nicht entscheiden, dann entscheidet euch dafür, euch nicht zu entscheiden!
01:08:25: Aber da nicht in diesem komischen Schwebezustand bleiben.
01:08:29: Ja, sich das halt erlauben?
01:08:30: Ja,
01:08:30: total.
01:08:31: Absolut.
01:08:32: Dass mich interessieren will, könnt ihr gegenseitig eure Entscheidungen verstehen.
01:08:35: Weil wir haben ja jetzt also einmal Rachel ... Du hast dich ja gegen das Jurastudium entschieden und Felix du hast dich dann dafür entschieden dabei zu bleiben.
01:08:44: wie ist es denn so?
01:08:45: Felix kannst du Rachel's Entscheidung nachvollziehen, verstehen!
01:08:48: Kann sie sehr gut nachvollziehend.
01:08:49: ich weiß aber nicht ob ich den Mut gehabt hätte die genauso zu treffen als ob ich am Ende auch dass genau so gemacht hätte.
01:08:56: Nicht weil ich es nicht gut finde sondern weil ich nicht weiß ob ich mich dann über diese Klippe gedraut hätte.
01:09:06: Das ist auch voll okay, weil man ... Es gibt bei dem Thema Studienzweifel keinen Königsweg.
01:09:14: Also es gibt nicht diesen A, es muss dann immer das andere Studienfach sein oder der Studienabbruch sein.
01:09:21: Ich finde, es muss immer passen.
01:09:22: Es muss für einen passen und ich bin zum Beispiel auch nicht die absolut mutige Variante von Personen in vielen Kontexten.
01:09:31: Und manchmal ist das für mich einfach nicht der Weg zu sagen, ich springe jetzt hier die Klippe runter sondern ich brauche manchmal ein bisschen mehr weil das soll einem ja auch gut gehen damit und wenn man ... Also ich finde das einfach wichtig da auf sich zu gucken was braucht ich damit's mir gut geht?
01:09:47: Ich merke, ich kann das jetzt grad nicht.
01:09:49: Ich kann diese Klippe nicht runterspringen.
01:09:51: Dann springt sie nicht runter!
01:09:53: Also dann lasst es einfach ... Es ist auch voll okay.
01:09:56: und dann aber ... Klippen springen
01:09:57: eh nicht so gut?
01:09:58: Nee, genau.
01:09:58: Klippenspringen eh nicht zu gut.
01:10:00: oder vom Zehn-Meter-Turm.
01:10:02: Das ist immer was ich als Beispiel der Zehnmeter-Tur bringe.
01:10:04: Also dann springt nicht runter.
01:10:06: Und ich finde es auch nur um das zu sagen... Ich finde es tatsächlich auch mutig zu sagen, ich bleibe dabei Veränder aber mein Ziel.
01:10:17: Oder veränder meinen Weg, ich find das ehrlich gesagt vom Mut her auch wenn man da manchmal so das Gefühl hat okay vor einer Klippe springen.
01:10:24: also Entschuldigung vom Zehmeterturm springen wäre das mutigerer.
01:10:28: aber ich finde es auch mutig zu sagen nein Das ist nicht der Weg für mich Ich hab hier einen anderen Weg.
01:10:34: und dann aber und das ist ganz wichtig dazu zu stehen und zu sagen Mein Weg ist sich bleibt dabei Und ja Und nicht dann zurechtfertigen oder zu sagen, hey ... Ähm ... Wieder Gründe zu suchen.
01:10:49: Ja, ne?
01:10:50: Es ist halt so und so.
01:10:52: Sich wieder selber fertigzumachen dafür, sondern einfach zu sagen ich hab entschieden, ich bleibe dabei aus denen und den Gründen.
01:10:58: Bähm!
01:10:59: So, das heißt noch trotzdem.
01:11:02: Und es heißt trotzdem, wir dürfen an Zweifel wiederkommen.
01:11:04: Ja genau!
01:11:06: Man muss eine finale Entscheidung treffen und darf nie wieder zweifeln.
01:11:09: Das hat Stria vorhin gesagt, dass die auch trotzdem mal kleine Zweifeln noch mal da sind.
01:11:13: Auch das ist halt komplett normal.
01:11:14: Total.
01:11:15: Es ist
01:11:15: einfach in unserer menschlichen Existenz verankert.
01:11:18: Wir sind zweifelnde Wesen.
01:11:21: Also ich kann Felix' Entscheidung total nachvollziehen?
01:11:27: Wenn man sich dafür entscheidet, weiterzumachen und anders durchzunavigieren.
01:11:31: Ich glaube das Einzige wäre gewesen.
01:11:33: Du siehst nicht danach aus, wenn du richtig am Leiden bist.
01:11:37: Dann würde ich das überhaupt nicht nachvollziehen.
01:11:39: Aber ich finde es wichtig, was du noch mal Franzi gesagt hast, weil dieses Verständnis auch für die eigene ... Persönlichkeit zu haben.
01:11:47: Aber auch für die eigene, den familiären Kontext, dass man versteht ... Ich weiß genau, ich bin eine unheimliche starke Persönlichkeit nicht.
01:11:56: Und ich komme aus einem Elternhaus, wo mein Vater durch die Sahara ist von Nigeria nach Algerien und Deutschland.
01:12:02: Also, ich hab eine familiäre Biografie, wo Menschen einfach krasse Sachen gewagt haben so.
01:12:07: Dann habe ich dann noch mal ein ganz anderes Selbstvertrauen, Sachen zu wagen.
01:12:11: Würde aber niemals davon ausgehen nur weil ich's gemacht hab Schiff springen, weil es mein Hobby ist vom Schiff zu springen.
01:12:18: Weil ich gerne Risiken eingehe aber niemals das auf andere Menschen zu projizieren sondern es soll immer zum eigenen Weg passen.
01:12:24: Das darum geht's ja eigentlich.
01:12:26: sing darf alles darf co-existieren
01:12:28: genau und vor allem auch zu gucken dass es halt also dass es passt so den eigenen Werten.
01:12:33: ich habe manchmal Leute oder wir haben leute in der beratung denen ist zb des thema sicherheit ganz ganz ganz wichtig.
01:12:39: die können sich nicht vorstellen zu sagen ich gebe jetzt zum beispiel dieses berufsziel der Verbeamtung im Lehramt.
01:12:45: Ich mach jetzt mal dieses klassische Beispiel irgendwie auf, ja okay dann nicht.
01:12:50: also da ist Sicherheit dir einfach sau wichtig und Dann nimmt das an diesen Teil und sagt, der darf das bekommen.
01:12:59: Also das ist ... Ja also ich glaub wir haben hoffentlich den Punkt deutlich gemacht.
01:13:04: es gibt hier nicht das richtig oder falsch sondern es gibt nur euren individuellen Weg.
01:13:09: aber die Quintessenz soll sein dass diese Zweifel normal sind und dass es aber nicht die eine Lösung dafür gibt.
01:13:16: und deswegen gibt's auch Beratung.
01:13:18: ja weil es eben nicht die Eine-Lösungen gibt.
01:13:20: Sie sind ein hilfreiches Signal von unserer Innenwelt.
01:13:24: Wenn wir Zweifel haben, kann es um einen Moment sein ... Man wird sich weiterentwickeln, wenn man diese Zweifeln ernst nimmt.
01:13:32: Total!
01:13:32: Ja, das ist ein super Punkt.
01:13:35: Das ist ein Signal ... Hey Achtung?
01:13:39: hier möchtest du vielleicht noch was verändern.
01:13:40: Hier passt vielleicht irgendwas nicht, sei es die Rahmenbedingungen, seien's die Werte, die Interessen.
01:13:47: keine Ahnung, irgendwas passt noch nicht.
01:13:49: und dann mal ganz neugierig auf die Suche zu gehen... Was ist das denn?
01:13:52: Was noch nicht passt?
01:13:53: Vielleicht kann ich das noch irgendwie verändern oder verbessern.
01:13:57: Manchmal geht's auch nicht.
01:13:58: Es gibt Sachen, die müssen wir akzeptieren.
01:14:00: Ich musste akzeptiert werden, dass ich die Geschichte der Volksrusschule in Deutschland machen muss ... Aber dann wird es wieder besser.
01:14:10: Genau!
01:14:11: Ich hatte eine letzte Frage noch und zwar wenn ihr eurem damaligen Ich Aus der heutigen Perspektive und Sprachnachricht sein können.
01:14:22: In die Zeit, wo ihr so gezweifelt habt?
01:14:24: Was budgetet ihr denn
01:14:25: eurem
01:14:25: vergangenen Ich-Sagen in dieser Situation?
01:14:29: Gute Frage!
01:14:31: Ähm... aus der Perspektivie jetzt auf jeden Fall es genauso zu machen wie ich's gemacht habe, offen zu sein nicht so engstirnig sich auf eine Sache festzulegen, auszublenden was andere sagen weil wir hatten ja vor ein bisschen das Thema mit der Familie.
01:14:50: Wenn ich mir dann Hilfe hole, ist es ganz oft so.
01:14:53: Wenn ich mich dann Hilfe in meinem näheren sozialem Umfeld hole und jetzt nicht Hilfe bei dritten sage ich noch bei der Studienberatung, da spielen auch immer fremde Interessen eine Rolle weil die Leute ja irgendein Interesse an mir haben.
01:15:06: das muss jetzt gar nicht negativ sein das ist total wertfrei.
01:15:08: sei's irgendwie die Eltern die wollen dass einem gut geht Die aber vielleicht auch Geld investiert haben in das eigene Studium Wohnung bezahlt Material gekauft finanzielle Interessen Ähm ... Die muss man natürlich alle berücksichtigen.
01:15:23: Weil die Personen auch dann weiterhin diese Interessen verfolgen mit einem, wie gesagt total wertfrei.
01:15:28: aber deshalb ist manchmal neutrale Hilfe vielleicht die bessere Wahl und auf sich selbst zu hören Und am Ende seinen eigenen Weg zu gehen und sich Dinge zu trauen in seinem eigenen Tempo Ohne dass man sich von links und rechts, vorn und hinten beirren
01:15:53: lässt.
01:15:54: Sehr schön!
01:15:55: Ja also die neutrale Beratung was du gesagt hast ist ja genau das was wir anbieten in der zentralen Studienberatung.
01:16:01: Wir versuchen unseren Ratsuchen immer dabei zu helfen ihren eigenen Weg zu finden Und wir sind eben eine neutrale Stimme und nicht...ja wir haben nicht Stories Also auch Elternteile haben ja irgendwie ne Geschichte ihrer eigenen Gedankenkonstrukte Vorstellungen von der Welt und da spielt alles mit Rallen.
01:16:17: Wichtiger Punkt den du da gesagt hast
01:16:19: Und das heißt aber auch, dass wir jetzt in der Beratung zum Beispiel eben nicht den Lösungsweg für alle haben.
01:16:26: Sondern dass wir ihn erst entwickeln müssen.
01:16:28: Hoffentlich kommen Leute zu uns und sagen, sagt mir mal was ich machen soll?
01:16:31: Würden wir nie machen!
01:16:33: Wir müssen erstmal gucken, was ist jetzt für diese Person der Lösungswege.
01:16:37: Es gibt nicht den Losungsweg.
01:16:40: Genau, das entwickelt man dann zusammen.
01:16:42: Rachel, was würdest du dir für eine Sprachnachricht schicken?
01:16:45: Zu der damaligen Rachel, die erst so schlecht ging in dieser Phase.
01:16:49: Voll, voll!
01:16:51: Also ich hatte dir definitiv gesagt... Ich bin für dich da zu hundert Prozent.
01:16:57: Das wäre glaube ich sehr wichtig gewesen, ihr auch die Ängste zu nehmen war sie hatte Panik, sie hatte wirklich Panik und einfach auch der Chilli da für sie zu sein.
01:17:05: Ich hätte mich viel in der Voice-Mail zu ihren eigenen emotionalen Bedürfnissen geäußert, das ist ganz wichtig, dass die so ein Gefühl hat, ja, dass sie eine psychologische Sicherheit hat, dass es okay ist andere Entscheidungen zu treffen, anderen Weg zu gehen und dass sie aufgefangen wird was am Ende des Tages passiert ist.
01:17:22: aber rückblickend ... Es hätte auch einfacher gehen können!
01:17:25: Aber das weiß man im Nachhinein immer besser.
01:17:27: Aber ich muss noch mal dazu sagen, dass er im Nach hinein zeigt sich natürlich bei diesem ganzen in ihren Konflikten auch diese ganz krasse Prägung unserer Leistungsgesellschaft.
01:17:36: Muss man dazu sagen, was für ein Druck man sich innerlich einfach macht.
01:17:39: so und das ist schon richtig krass es heißt in der Zeit habe ich auch ganz viel über meine eigenen Glaubenssätze gelernt in einer Art und Weise wie man sich eigentlich an gesellschaftliche Strukturen anpasst und das hätte ich dann voll in dieser Voice mehr auseinander genommen dass das absolut nicht ihre Realität sein muss.
01:17:53: und ja das wäre so mein Message gewesen.
01:17:55: Jetzt fällt mir noch eine Frage ein wenn ihr könntet also wenn wir quasi die Vergangenheit ändern können Würdet ihr dann wollen, dass ihr nie Studienzweifel hättet?
01:18:06: Oder würdet ihr die beibehalten wollen.
01:18:09: Ich hab's jetzt kompliziert gestellt.
01:18:14: Das war für mich nie das Thema, was ich sie hatte.
01:18:17: Die waren einfach da.
01:18:18: Es ging immer nur um die Frage des Umgangs.
01:18:20: Weil das war normal, dass man Zweifels hat in so vielen anderen Kontexten auch bei anderen Menschen erlebt.
01:18:25: Man weiß schon, dass das normal ist.
01:18:27: Nur weil es nicht ausgesprochen wird, heißt nicht, Ich hätte mir jetzt die Studienzweifel nicht weggenommen, sondern hätte eigentlich du überlegt, okay, hat das einfach andere Umgangsweisen gegeben?
01:18:38: Die ein bisschen Mitfühler mit mir selbst gewesen wären.
01:18:40: Mhm.
01:18:40: Ja.
01:18:42: Die Studienzwife würde ich auch wieder nehmen.
01:18:44: Ich weiß bloß nicht, ob dann auch die Tage im Bett, die man dann vor Streter liegt ... Ob ich die auch wieder so wollen würde!
01:18:49: Die brauche ich da nicht noch mal.
01:18:51: Aber die Studienzweife auf jeden Fall weil sonst wäre ich nicht an dem Punkt, an dem ich jetzt wäre und da irgendwie hingekommen beruflichen, groben Weg eingeschlagen.
01:19:00: Das wäre ohne die Studienzweifel nicht möglich gewesen.
01:19:04: Voll!
01:19:05: Also da ist mir gerade noch ein Punkt gekommen, das wollte ich auch noch gerade unterstreichen mit diesen Studienzwiefeln.
01:19:09: Ich hatte ja vorhin gesagt, dass ich einfach einen Prozess gemerkt habe, dass sich eine wirklich starke Persönlichkeit bin.
01:19:15: Das hab' ich aber erst nach dem Abbruch gemerkt.
01:19:17: Das wusste ich vorher gar nicht.
01:19:19: So was ich eigentlich... möglich oder fähig bin, das habe ich dadurch erst gelernt.
01:19:23: Das heißt diese unangenehmen Phasen in meinem Leben haben eigentlich meine Persönlichkeit geformt und mir gezeigt was ich eigentlich im Petto hab sozusagen.
01:19:32: Ja, absolut.
01:19:33: also ich glaube auch dass wenn wir uns trauen um einen so ein bisschen aus dem eigenen Auszubrechen wie auch immer es dann ausgeht dass es auf jeden Fall einen von der Persönlichkeitsentwicklung weiterbringen kann und das ist die ganz große Chance an den Zweifeln und ja, also sich davon jetzt nicht fertig machen zu lassen.
01:19:53: Sondern zu sagen okay diese Phase braucht es jetzt und irgendwann später kann ich mir dann selber so eine Sprachnachricht schicken und sagen hey das war schon okay so wie's jetzt war.
01:20:03: Das wünschen wir euch auf jeden Fall.
01:20:06: Vielen vielen Dank dass ihr da wart Dass sie uns von euren Zweifel und von eurer Wege erzählt habt Wie ihr daraus gefunden habt.
01:20:14: Ich fand das ganz besonders spannend weil wir euch eben schon in den Podcast folgen hatten und ihr jetzt mal zeigen konntet, wie hat sich das weiterentwickelt?
01:20:22: Das ist schon sehr spannend.
01:20:23: Und ich hoffe, dass es auch unseren Zuhörer in so ein bisschen Mut macht und zeigt, hey, das ist etwas, was normal ist, was vorkommt im Studium.
01:20:32: Dass es unterschiedliche Wege gibt damit umzugehen und wie es dann eben ausgehen kann.
01:20:37: Sehr großes Dankeschön, dass ihr da wart!
01:20:39: Richtig cool.
01:20:40: Vielen vielen dank, dass Ihr da wart.
01:20:42: Ich könnte sein, dass meine neue Lieblingsfolge ist.
01:20:45: Könnte gut sein, hat mir viel Spaß gemacht heute.
01:20:48: Und es ist auch Annabelle und mir ein ganz großes Anliegen diese Folge.
01:20:52: Wenn ihr dazu Beratung braucht zu diesem Thema, dann könnt ihr euch gerne an jede Studienberatung wenden... ...an den Universitäten oder andere Beratungsstellen.
01:21:01: holt euch da einfach Unterstützung in irgendeiner Form.
01:21:04: Es gibt auch psychosoziale Beratungen Stellen also wenn's jetzt nicht einer Uni ist die auch zu solchen Themen beraten können.
01:21:11: Es hilft einfach manchmal den neutralen Blick zu bekommen.
01:21:13: Wenn Ihr Fragen habt zu dieser Folge oder anderen Folgen dürft ihr uns gerne an zsbaduni-meins.de Und wir hören uns bei der nächsten Folge wieder.
01:21:23: Wir verlinken euch alles in den Show-Notes!
01:21:25: Ach, was hab ich vergessen?
01:21:27: Anna-Belle nickt ganz doll und schickt mir grad ein Herz.
01:21:30: Folgt uns doch bitte... ...und empfehlt uns weiter, weil je mehr Leute diesen Podcast bewerten und desto mehr Leuten wird dieser Podcast auch angezeigt.
01:21:40: Das heißt erzählt ganz vielen Leuten von diesem Podcast gerne auch in eurer Klasse oder im Abi-Jahrgang wie auch immer.
01:21:46: Erzählt dass es denen gibt und lasst uns gerne eine Bewertung da, dann werden wir auch von einem gefunden.
01:21:53: Vielen, vielen Dank!
01:21:54: Das verleibe ich jetzt die nächste Mal hoffentlich nicht mehr.
01:21:57: Habt eine gute Zeit, kommt gut durch den Sommer und bis zum nächsten Mal.
01:22:01: Ciao, ciao.
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